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Radioaktive Wolke über Japan: Spuren des nordkoreanisches Atomtests?

Die Vorbereitungskommission für die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), eine Institution der Vereinten Nationen mit Sitz in Wien, meldet die Entdeckung einer radioaktiven Wolke über Japan, die mit großer Wahrscheinlichkeit als Spur des letzten nordkoreanischen Nukleartests vom 12. Februar 2013 zu werten ist. Die Meßstation der CTBTO in Takasaki 高崎 hat Anfang April Isotope der Edelgase Xenon-131m und Xenon-133 gemessen, die einen Zusammenhang mit dem unterirdischen Atomtest nahelegen.
Es ist schon länger bekannt, daß auch bei unterirdischen Sprengungen radioaktive Gase in die Atmosphäre entweichen können. Atmosphärische Simulationen machen plausibel, daß die im Februar ausgelöste Detonation eine radioaktive Wolke freigesetzt hat, die von der koreanischen Halbinsel aus über weite Teile Japans gezongen ist. Einen Zusammenhang mit dem havarierten AKW in Fukushima schließt die CTBTO wegen der völlig andersartigen Strahlungsform eindeutig aus.

CTBTO

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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