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Oh weh – der Herbst bricht ein!

Heute erreichte mich eine E-Mail vom Hersteller unserer Überwachungskameras:

Geben Sie Einbrechenden in der anstehenden dunklen Jahreszeit keine Chance sich zu verstecken.

Sie hinterläßt mich ratlos. Erstens habe ich immer daran geglaubt, daß die Kameras Nochnichteingebrochenhabende von einem Einbruch abhalten würden und ich deshalb niemals Einbrechenden auf frischer Tat begegnen, geschweige denn ihnen eine Chance geben müßte. Und zweitens sind es wohl weniger die Einbrechenden als vielmehr die Eingebrochenhabenden, die ein Problem mit dem Verstecken hätten. Wer gerade einen Einbruch begeht (also ein Einbrechender), ist dagegen wohl eher mit anderen Dingen beschäftigt. Der über uns unerbittlich einbrechende Herbst bringt also ganz überraschende Perspektiven …

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.

Solche Gedichte wird künftig wohl niemand der Deutschsprechenden mehr schreiben können. Höchstens die Deutschgesprochenhabenden.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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