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Konnichiwa — Schokoladen-Diversität

Diversität ist im Augenblick ein Muß. Sagt sich auch Deutschlands Hersteller quadaratischer Schokoladentafeln und gibt eine Serie namens „Bunte Vielfalt“ heraus. Die für Japanologen interessante Folge daraus trägt den Namen „Konnichiwa Kirsch Mandel“. Sie bildet auf ihrem Umschlag Kirschblüten, rote Kirschen, Mandeln und eine Maneki-neko ab. Und sie schmeckt sehr süß.
Alles gut und schön. Allerdings wachsen an japanischen Kirschbäumen (jedenfalls denen, deren Blüte bewundert und besungen wird) keine Kirschen, und sie produzieren weder Sauerkirsch-Creme noch Bittermandelgeschmack, was laut Inhaltsangabe Hauptbestandteile der Schokolade sind. Diversität ist eben nicht immer ein genaues Abbild der Wahrheit … vielleicht mehr eine erträumte Wahrheit … oder eine süße Unwahrheit …?

Konnichiwa Ritter Sport

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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