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Japan: Regierung kämpft gegen Gerüchte

Am 6. April gab die japanische Regierung folgende Erklärung ab:

Angesichts der Tatsache, daß die Verwirrung v.a. in den Katastrophengebieten steigt, weil mit Bezug auf Erdbeben und Unfälle in den Atomkraftwerken ungesicherte Informationen und falsche Gerüchte, welche die Angst der Bevölkerung unnötig anfachen, durch Mundpropaganda oder Emails oder Einträge in elektronische Mitteilungsforen in Umlauf gebracht werden, ergreifen die zuständigen Ministerien in Abstimmung Maßnahmen, um breite Aufmerksamkeit hierfür erzeugen, damit man nicht durch derartige Gerüchte in Verwirrung gerät.
Insbesondere mit Blick auf Gerüchte im Internet werden die betroffenen Ministerien auf der Grundlage einer gemeinsamen Lagebeurteilung die Aufmerksamkeit der Internet-Benutzer hierfür wecken und zugleich von den Verwaltern der Seiten geeignete Gegenmaßnahmen einfordern, die das eigenständige Löschen von Informationen einschließen, die den Gesetzen, der öffentlichen Ordnung und den guten Sitten widersprechen, und sich darum bemühen, daß den Benutzern korrekte Informationen angeboten werden.
Weiterhin werden sich das Land und die kommunalen Körperschaften des öffentlichen Rechts darum bemühen, in den verschiedensten Medien vertrauenswürdige Informationen auszugeben.
Ferner werden Land und kommunale Körperschaften des öffentlichen Rechts bei der Verwendung privater sozialer Medien durch das Ergreifen von Maßnahmen wie das Einholen von Bestätigungen ihre Glaubwürdigkeit als Informationsquelle sichern und Gerüchte im Internet abwehren.

Gleichzeitig wurden die Kommunikationsmedien und Internetprovider aufgefordert, ihrerseits entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Tatsächlich gibt es inzwischen zahlreiche Gerüchte mit üblen Auswirkungen. U.a. sind Bewohner der Präfektur Fukushima an Tankstellen, Hotels usw. in anderen Gegenden Japans diskriminiert worden, weil sie angeblich verstrahlt seien.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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