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Handschrifterkennung unter iPod-Betriebssystem 2.0

Das neue iPod-Betriebssystem bringt eine Reihe von interessanten Optionen, um japanische, chinesische und koreanische Texte einzugeben. Für Japanisch und Chinesisch gibt es jetzt mehrere Tastaturen, und zwar für Japanisch QWERTY (= Romaji) und Kana (s. Bild 1). Die Kana-Tastatur ist innovativ, weil man es hier geschafft hat, richtig „japanisch“ zu denken: Entsprechend der modernen Lauttafeln gibt es nach Druck auf die Taste „a“ eine Auswahl der Vokale (あいうえお), bei Druck auf „s“ eine Auswahl der mit „s-“ anlautenden Zeichen (さしすせそ), die anschließend durch Druck auf eine Sondertaste modifiziert („nigoriert“: ざじずぜぞ) werden können. Der auf „-a“ endende Laut steht immer in der Mitte, von dort aus geht es im Uhrzeigersinn von links („-i“) nach oben („-u“), rechts („-e“) und unten (-„o“) (s. Bild 2). Das funktioniert, wenn man sich daran gewöhnt hat, recht flott und intuitiv.
Wer sinojapanische Schriftzeichen per Hand eingeben will (etwa, weil er ihre japanische Lesung nicht kennt — oder weil er so fix schreiben kann), sollte zusätzlich die Handschrift-Tastaturen der beiden Chinesisch-Varianten (Vereinfacht oder Traditionell) installieren. Sie arbeiten ziemlich zuverlässig (s. Bild 3), wenngleich sie weder japanische Kana-Schriften noch bestimmte, nur in Japan verwendete Schriftzeichen (国字) oder Kurzzeichen erkennen. Sie sind also nur zur Eingabe kurzer Zeichenketten geeignet; aber das Umschalten zwischen den Tastaturen ist auf dem iPod ja erfreulich einfach und zuverlässig. Im übrigen funktioniert die Handschriftenerkennung an sich richtig gut!

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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