Geschichte Japans. Von 1800 bis zur Gegenwart

Geschichte Japans. Von 1800 bis zur Gegenwart

(UTB 2006; 2009; 2012)


Wolfgang Schwentker, Neue Politische Literatur, Jg. 54 (2009), S. 418-420

Reinhard Zöllners Buch Geschichte Japans. Von 1800 bis zur Gegenwart“ muss man den besten Bänden, die wir aus der amerikanischen Japanforschung … kennen, gleichrangig an die Seite stellen. Das Buch ist gut und eingängig geschrieben und gibt den neuesten Forschungsstand wieder, und zwar sowohl mit Blick auf die westliche als auch auf die japanische Fachliteratur. Es ist darüber hinaus optisch ansprechend gemacht, weil es eine Vielzahl von Abbildungen (Holzschnitte, Karikaturen, Photographien u. a. m.) aufnimmt, die den Text nicht nur illustrieren, sondern zu seinem besseren Verständnis beitragen. Das Gleiche gilt für die Integration von Primärquellen. … Für die Transformationsperiode des 19. Jahrhunderts, in der sich die Moderne auch in Japan durchsetzte, und für die Zeit des japanischen Imperialismus zwischen dem chinesisch-japanischen Krieg von 1894/1895 bis zur Niederlage im Krieg darf dieses Buch … den Rang eines Standardwerks beanspruchen.


Harald Fuess, 17.10.2008

Mit seiner „Geschichte Japans“ legt der Japanhistoriker Reinhard Zöllner … eine Gesamtdarstellung der neueren historischen Entwicklung Japans vor, welche das bisherige deutschsprachige Standardwerk des verstorbenen Yale-Historikers John Whitney Hall … ablösen wird.
… Zöllners sehr facettenreiches und auf der Grundlage einer reichen Quellenbasis recherchiertes Buch geht damit weit über frühere deutsche Darstellungen hinaus. … Die bewusste Entscheidung des Autors die Kultur- und Geistesgeschichte nur zu streifen, führt bedauernswerterweise zu einer Ausklammerung vieler interessanter japanspezifischer Kulturentwicklungen gerade in der Edo-Zeit. Dieses Manko überdeckt aber keineswegs die Stärke des Buchs, nämlich einen fundierten und breiten Überblicks zu bieten, der stellenweise selbst Japanhistorikern unbekannte Perspektiven eröffnet und sie mit verblüffenden Anekdoten versorgt.
… Reinhard Zöllners Buch war seit Jahren überfällig und es ist wirklich erstaunlich, dass so ein historisches Werk erst jetzt veröffentlicht wurde.


Pepin Noyon, 1.8.2007

Ich habe ja schon viele Nationalgeschichten gelesen, aber keine war so gut wie diese. Dieses Buch hat alles, was eine Nationalgeschichte haben muß- etwa jede Menge Kultur- und Sozialgeschichte, ohne dass auch nur eine Seite langweilig wird- und dazu noch so manches, was eine Nationalgeschichte haben sollte, wie Bilder, Tabellen, zahlreiche Anekdoten und eine Sprache, die immer klug und gewitzt ist. Ob das Buch dem Japanologen viel Neues sagt, kann ich nicht beurteilen, aber für japaninteressierte Laien ist es ein Meisterwerk.


Hasenfus, 10.5.2006

Dem, der bedauert hat, dass ihm im deutschsprachigen Raum kein Kompendium zur jüngeren Geschichte Japans in die Hand gegeben wird, das mit Jonathan D. Spence‘ übersetztem Standardwerk zur Geschichte Chinas halbwegs mithalten könnte, mag jetzt beschieden sein: Der Ziegel ist geschrieben worden! Mit Reinhard Zöllner hat ihn ein Hochschulprofessor für Ostasiatische Geschichte gebacken. …
Die sehr übersichtlich angeordnete Darstellung mit begleitendem Literaturapparat und brauchbarem Stichwortverzeichnis, setzt in der Ära Tokugawa an und durchmustert die Entwicklungen bis zur Gegenwart (Regierungsdevise “Heisei”). Wiewohl sich der Autor keineswegs in Details verliert, werden dem Leser zahlreiche Aspekte eröffnet, die zu weiterführender Beschäftigung anregen. …
Dass sich Geschichte nicht durch die Schilderung chronologischer Abläufe erschließt, sondern allenfalls durch die komplexe Wirklichkeit gesellschaftlicher Zusammenhänge erklärt, Protagonisten etwa als Getriebene von Interessen im Wechselspiel der Kräfte auftreten, ist dem Autor bewusst. Er bleibt dabei nahe an den terminologischen Vorgaben des großen französischen Soziologen Pierre Bourdieu.


Jakob Erker, 2007

Ich persönlich finde dieses Werk sehr gelungen, da es sich flüssig lesen lässt und die sachlichen Informationen nicht auf der Strecke bleiben. So erfährt der Leser über die letzten 200 Jahre viele interessante Geschichten rund um Japan. Hier werden nicht nur geschichtliche Fakten und Schlagwörter runtergebetet, die man sich dann in mühevoller Kleinarbeit wieder zusammensetzten darf, sondern es kommen immer wieder kleinere Anekdoten. Ich finde, dass besonders diese die Situation gut darstellen und einen guten Einblick in die jeweilige Epoche geben. Auf diese Weise lässt sich auch der Inhalt besser merken.


Diandra Linnemann, 17.3.2010

Das vorliegende Werk bietet einen gleichzeitig kurzen, übersichtlich gestalteten UND umfassenden Einblick in die japanische Geschichte. Im Gegensatz zu dem, was der Titel verspricht, wird historisch bis ins 16. Jahrhundert zurückgegriffen, um Zusammenhänge deutlich zu machen. Der Autor klappert nicht nur Jahreszahlen und politische Ereignisse ab, sondern erwähnt auch kulturelle und soziale Besonderheiten und Veränderungen der japanischen Gesellschaft.


Eine studentische Video-Rezension vom Februar 2014:

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