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Japan auf Sparkurs: Nur 600.000 Amnestien bei Thronbesteigung

Während die japanische Staatsverschuldung unverdrossen in die Höhe getrieben wird (trotz der Erhöhung der Mehrwertsteuer von 8 auf 10 Prozent ab 1.10.2019), zeigt sich das Kabinett in einem anderen Punkt geradezu geizig: Zur bevorstehenden Thronbesteigung des neuen Kaisers werden nur 600.000 Menschen von einer Amnestie profitieren können, wie sie zu Thronwechseln üblich ist. Zum Vergleich: 1989, beim Ableben des Shōwa-Kaisers, waren es 10 Millionen; 1990, bei der Thronbesteigung Akihitos, 2,5 Millionen. Da die Mehrzahl der Fälle Bußgelder betrifft, könnte man in dieser Sparsamkeit tatsächlich einen Beitrag zur Sanierung des Staatshaushaltes sehen.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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