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Japan richtet Aum-Sektenführer hin

Am Morgen des 6. Juli 2018 sind die letztinstanzlich zum Tode verurteilten Anführer der Aum-Sekte (オウム真理教 Ōmu Shinrikyō) in Tōkyō, Ōsaka, Fukuoka und Hiroshima hingerichtet worden. Ihre letzten rechtlichen Mittel dagegen hatten sie im Januar ausgeschöpft.
Japanischem Strafvollzugsrecht entsprechend wurden Sektenguru Matsumoto Chizuo alias Asahara Shōkō 麻原彰晃 und seine sechs Gefolgsleute ohne vorherige Ankündigung gehängt. Sie waren der Giftgasanschläge in Matsumoto 1994 und Tōkyō 1995 sowie des Mordes an einer Rechtsanwaltsfamilie 1987 für schuldig befunden worden. Dabei starben mehr als 20 Menschen, Tausende wurden verletzt.
Die Sprecherin des Verbandes der Hinterbliebenen der Mordopfer bedauerte die plötzlichen Hinrichtungen: Sie persönlich wie auch Verbrechensforscher hätten das Justizministerium vergeblich darum gebeten, mit den Todeskandidaten Gespräche führen zu dürfen, um zukünftige Untaten dieser Art vermeiden zu helfen.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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