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Wind und Wetter

Auf dem Weg zum Flughafen sitze ich wegen eines Sturms kurz hinter Tokyo, wo die Gleise auf einer exponierten Hochtrasse liegen, fest. Starke Windböen haben den Zugverkehr lahmgelegt. Was nun aus meinem Rückflug wird — hängt ganz davon ab, wie die Situation in Narita selbst ist.
— Nun sitze ich im Flugzeug und kann0 bestätigen: den Ruf der höchstentwickelten Dienstleistungsgesellschaft hat sich Japan redlich verdient. Der Zug kam mit 95 Minuten Verspätung in Narita an — bei minütlich steigender Frustration der Reisenden. Am Flughafen begann das Gerenne, unterstützt durch fliegende Abfertigung an allen denkbaren Hürden. Am Schalter war ich 20 Minuten vor dem Abflug. Ohne jede Nachfrage bekam ich mein Ticket. Mein Koffer wurde — undurchleuchtet! — trotz Übergewicht entgegengenommen. Eine Angestellte begleitete mich bis zum Terminal, d.h., durch Gepäck- und Paßkontrolle (alles im Eiltempo) bis zum Einstieg. SAFE. Es lebe die Dienstleistungsgesellschaft!

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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