Artikelformat

Koreanische Totempfähle Opfer von Vandalismus in Rußland

Im Jahr 2003 schenkte Südkorea der Stadt St. Petersburg als Symbol der Völkerfreundschaft mehrere Totempfähle (jangseung 長承), wie sie vor koreanischen Dörfern üblicherweise zur Abschreckung von bösen Geistern aufgestellt sind. Im April 2015 wurden die aus russischem Kiefernholz geschnitzten Pfähle von religiösen Fanatikern mit Kettensägen angegriffen und unrettbar zerstört. Nach Ansicht dieser Fanatiker gehören animistische Symbole nicht ins christliche Rußland.
Zerstöre Totempfähle in St. Petersburg
Nun will die Stadt anstelle der Totempfähle jedoch dauerhaftere und jedenfalls mit Kettensägen nicht zerstörbare Symbole aufstellen: Hareubang, also überdimensionierte Phallussymbole, die eine ähnliche Funktion wahrnehmen — allerdings sind sie aus Stein.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

Drucken / Print / 印刷

Kommentare sind geschlossen.