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Wegen Nanjing-Massakers: Japan erwägt Boykott der UNESCO

Die UNESCO hat auf Antrag Chinas am 9. Oktober beschlossen, in ihr Programm „Memory of the World“ aufzunehmen, welche nach chinesischer Auffassung das von japanischen Soldaten im Dezember 1937 in Nanjing begangene Massaker sowie dessen juristische Aufarbeitung belegen. Ein weiterer chinesischer Antrag, welcher Dokumente zur „Trostfrauen“-Problematik betraf, wurde hingegen nicht angenommen.
In beiden Fällen hatte Japan China aufgefordert, die Anträge zurückzuziehen; China ignorierte den japanischen Protest.
Japans Außenminister Kishida hat nun angekündigt, „ernsthaft zu prüfen“, ob Japan seine Beitragszahlungen an die UNESCO einstellen will. Bisher war Japan einer der wichtigsten Unterstützer der UNESCO.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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