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Entführter Buddha kehrt zurück

2012 stahlen Koreaner eine alte Buddhastatue koreanischen Ursprungs aus dem Kaijin-Schrein 海人神社 auf der Insel Tsushima. Nach japanischen Protesten wurden sie 2013 verhaftet. Nun hat die südkoreanische Staatsanwaltschaft festgestellt, die Statue (die 1974 zum japanischen Nationalschatz erklärt wurde) sei entweder als Geschenk oder als Raubgut im 16. Jh. nach Japan gekommen, und im heutigen Südkorea mache niemand mehr Ansprüche auf sie geltend. Deshalb soll sie am 23. Juli an Japan zurückgegeben werden.
Ein weiterer „Entführungsfall“ bleibt dagegen weiter offen: 2013 wurde eine Buddha-Status aus einem Tempel auf Tsushima gestohlen, die aus dem 14. Jh. stammt und damals möglicherweise von Piraten geraubt wurde. Sie wird deshalb von koreanischer Seite als „Raubkunst“ bewertet.
Beide Fälle haben die japanisch-koreanischen Beziehungen belastet.

Kaijin-Schrein
Das „Verzeichnis der Schätze“ des Kaijin-Schreins führt die Statue als „Buddha aus Shilla“ auf.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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