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Suizidraten in Japan und Korea 2012 gesunken

Japans Selbstmordrate ist 2012 von 24 auf 21,8 Suizide je 100.000 Einwohner gesunken; absolut waren es 27.858 Fälle. Dies ist die niedrigste Fallzahl und die niedrigste Rate seit 1997 — sowohl für Männer als auch für Frauen.
Auch im Nachbarland Südkorea sanken beide Werte. Dort nahmen sich 14.160 Menschen das Leben, was einer Rate von 28,1 entspricht. Die Rate ist damit binnen eines Jahres um 11,8 Punkte gesunken. Den dramatischen Rückgang führt man auf das 2012 erfolgte Verbot eines hochtoxischen Pflanzenschutzmittels namens Gramoxone (Paraquat) zurück, das von Selbstmördern zuvor gern benutzt wurde. Allerdings weist Südkorea innerhalb der OECD immer noch die weitaus höchste Suizidrate auf.
Paraquat ist in der EU nicht zugelassen. In Japan wurde es bis 1999 in Lizenz hergestellt und spielte gleichfalls eine prominente Rolle bei Suiziden. Man vermutet, daß es noch erhebliche Restbestände im Besitz von Landwirten gibt.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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