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Kontosperrung leicht gemacht — dank Googles Endlosschleife!

Wer daran interessiert ist, einmal einige Zeit ohne lästige Emails aus seinem Googlemail-Konto auszukommen, probiere bitte folgendes:

  • Bei Youtube über das Google-Konto anmelden
  • Sich als Nutzer von Youtube registrieren
  • Bei der Eingabe des Geburtsdatums vergessen, das Jahr einzugeben.

Und schon erscheint als nächste Meldung (sinngemäß):

Ihr Konto wurde gesperrt und wird in 29 Tagen gelöscht, weil Sie nicht alt genug sind, um ein Googlemail-Konto zu nutzen.

Wohlgemerkt: Nicht das Youtube-Konto. Sondern Gmail.
Versucht man nun, sich bei Gmail anzumelden, erscheint derselbe Hinweis mit der freundlichen Hilfe: Man darf ein Ausweisdokument hochladen oder faxen, um das richtige Geburtsdatum zu belegen (dauert 3-5 Werktage), oder man überweist 30 Cent von einer gültigen Kreditkarte.
Wem das 30 Cent wert ist, der wählt natürlich diese Option. Und wird weitergeleitet zum „Google Checkout“. Dort darf man bezahlen. Theoretisch. Denn vorher muß man sich bei Google anmelden. Tut man das aber, erscheint der Hinweis:

Ihr Konto wurde gesperrt und wird in 29 Tagen gelöscht, weil Sie nicht alt genug sind, um ein Googlemail-Konto zu nutzen.

Das kenne ich aus der Zeit, in der ich meine eigenen Computerprogramme geschrieben habe. In BASIC nannte man das eine Endlosschleife. Sie gehört zu den elegantesten Techniken, um einen Computer lahmzulegen.
Fein. Wer mir also in den nächsten Tagen eine Email schicken will oder auf Antwort wartet, weiß jetzt, warum ich nicht antworten kann. Dank Google stehen mir unbeschwerte Neujahrstage bevor. Vielen Dank und ein erfolgreiches neues Jahr an die Programmierer!

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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