Artikelformat

„Was passierte eigentlich in Fukushima?“

Während des bis zum Ende dieser Woche laufenden Wahlkampfes im Bundesland Berlin hält eine Kleinpartei, die regelmäßig hier antritt, die „Bürgerrechtsbewegung Solidarität“ (BüSo), ein selbstproduziertes Video mit dem Titel „Was passierte eigentlich in Fukushima?“ auf ihrer Website bereit. Darin wird argumentiert, Schuld an der Katastrophe in Fukushima hätten unzureichende Sicherheitsvorkehrungen in Japan, die in Deutschland nicht passieren könnten, sowie grüne Panikmache, die dazu geführt hätte, daß die Entwicklung des Hochtemperaturreaktors (bei dem es nicht zu einer Kernschmelze kommen kann) in Deutschland eingestellt wurde.
Der Film enthält eine Reihe sachlicher und logischer Fehler. Aber als kurioses Zeugnis dafür, wie man von der Seite der Kernkraftbefürworter an das Thema herangeht, lohnt es sich, ihn anzusehen.
(Auf den Verstoß gegen das Urheberrecht von Fukushima Central TV an den Aufnahmen der Wasserstoffexplosion sei leise hingewiesen. Das wird offenbar auch von den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten in Deutschland nicht ernstgenommen.)

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

Drucken / Print / 印刷

Kommentare sind geschlossen.