Die Tokyo-Universität plant, ihren Studienbeginn (bislang regelmäßig im April jedes Jahres) in einigen Jahren auf den September oder Oktober zu verschieben. Damit will sie sich den internationalen Gepflogenheiten anpassen. Nur noch in ganz wenigen Staaten beginnt das Studienjahr im Frühling.
Falls die Tokyo-Universität dies umsetzt, werden die übrigen japanischen Universitäten sicher über kurz oder lang folgen. Für die Partnerschaften mit deutschen Universitäten hätte dies eher erfreuliche Folgen, weil damit die bisherige Asymmetrie im Studienverlauf entfiele — besonders für gemeinsame Studiengänge ist dies interessant.
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Studienbeginn auch in Japan bald im Wintersemester?
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7.2.2012: Symposium “Fukushima-Diskurse I” in Bonn
Gemeinsam mit Prof. Aizawa Keiichi vom Europa-Büro der Universität Tsukuba lade ich herzlich ein zur Teilnahme an einem transnationalen Symposium mit dem Thema
Fukushima-Diskurse I: Kommunikationswege und Entscheidungsfindungen
am 7. Februar (Dienstag) von 11 bis 17 Uhr im Bonner Universitätsclub, Giergasse 9, 53113 Bonn.
| 11:00-11:15 | Einleitung: Begrüßung und Vorstellung | Aizawa Keiichi (Tsukuba) |
| 11:15-12:00 | Reaktionen und Interessen in Japan und Deutschland nach dem Versagen des Tepco-AKWs in Fukushima | Wolfgang Seifert (Heidelberg) |
| 12:00-12:45 | "Eine Gesellschaft, in der es normal ist zu demonstrieren" -- Protestbewegungen im Post-Fukushima-Japan | Steffi Richter (Leipzig) |
| 14:00-14:45 | Energie und Demokratie | Alex Demirovic (Berlin) |
| 14:45-15:30 | (Ohn)Macht der Öffentlichkeit, (Ohn)Macht der verfilzten Systeme -- Versuch einer transnationalen Öffentlichkeitsstudie | Mishima Ken‘ichi (Tokyo) |
| 15:30-16:15 | Die Nation im Notstand | Reinhard Zöllner (Bonn) |
| 16:15-16:45 | Schlußdiskussion | Reinhard Zöllner (Bonn) |
Das genaue Programm mit Zusammenfassungen der Beiträge kann hier heruntergeladen werden.
Teil II unter Beteiligung von Technik- und Naturwissenschaftlern wird am 5. März 2012 am selben Ort stattfinden.
Der Eintritt ist frei. Um Voranmeldung wird gebeten unter: fukushima@germanistik.jp oder (0228) 73 72 23.
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Mädchen dünner, Jungen dicker als vor hundert Jahren
Das japanische Kultusministerium hat neue Statistiken über die körperlicheEntwicklung der von ihm zu beschützenden Schüler herausgegeben. Dabei sind auch, wie üblich, historische Tabellen. Ich habe einmal die Angaben für die 17-Jährigen, getrennt nach Jungen und Mädchen, für den Zeitraum 1900-2011 verglichen. Daraus ergibt sich:
- Beide Geschlechter sind in den vergangenen 111 Jahren kräftig gewachsen; Jungen von im Schnitt 157,9 cm auf 170,7 cm (12,8 cm); Mädchen von 147,0 auf 158,0 (11,0 cm). Ein Mädchen heute ist also etwas größer als ein Junge im Jahr 1900. Damals war es fast 11 cm kleiner als ein Junge, heute 12,7 cm — am Größenunterschied hat sich also kaum etwas geändert.
- Beide haben auch an Gewicht zugenommen: Jungen von 50,0 kg auf 63,1 kg (13,1 kg); Mädchen von 47,0 kg auf 52,8 kg (5,8 kg). Ein Mädchen heute ist demnach deutlich schwerer als ein Junge vor 111 Jahren.
- Legt man den Body-Maß-Index zugrunde, ist die Gewichtszunahme bei Jungen allerdings deutlich überproportional: 1900 betrug ihr BMI 20,1; heute dagegen 21,7. Bei Mädchen ist es erstaunlicherweise anders: 1900 war ihr BMI im Schnitt 21,8; heute 21,2. Platt gesagt: Jungen sind deutlich dicker, Mädchen aber etwas dünner als damals.
- Der BMI der Mädchen ist im gesamten Zeitraum übrigens relativ konstant. Er lag immer im Bereich der 21 — mit Ausnahme von 1911, als er auf 20,8 rutschte. Bei den Jungen ist dies anders. Erst seit 1979 begannen ihre “fetten Jahre” mit einem BMI von mehr als 21. 2005 und 2006 hätten sie mit 21,9 sogar fast die 22-Marke erreicht — historisch gesehen erstmals waren die Jungen dicker als die Mädchen.
Es ist also nicht nur wahr, daß die Moderne zu größeren Körpern geführt hat. Bessere Ernährung und weniger Bewegung haben auch dazu geführt, daß Jungen heute im Verhältnis mehr wiegen als Mädchen.
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Ein Abzähllied auf Japans Atomindustrie: 原子力発電かぞえ歌
Beim jahresendlichen Aufräumen fiel mir eine CD in die Hände, welche ich vor langer Zeit in Japan erhalten hatte. Es handelt sich um ein Abzähllied (kazoeuta かぞえ歌) der japanischen Atomkraftwerke — mit Stand von 1993. Denn damals wurde diese CD produziert. Der Text stammt von einem ansonsten nicht hervorgetretenen Ishizaki Teruo 石崎照夫 (der möglicherweise etwas mit Ikata 伊方 zu tun hat), die Melodie von dem recht bekannten Komponisten Shimazu Hideo 島津秀雄. Produziert wurde die CD von Nippon Columbia; die Bestellnummer lautet GSS 1146-CP, der Preis betrug 1.000 Yen. Herausgeber war The Japan Foundation of Public Communication on Science and Technology (Kagaku Gijutsu Kōhō Zaidan 科学技術広報財団), die sicherlich in einem Zusammenhang mit dem ehemaligen Ministerium für Wissenschaft und Technologie (dem “Dienstherrn” der japanischen Atomindustrie) steht.
Das Lied ist lange schon vergriffen und war sicher kein kommerzieller Erfolg. In Japan ist darüber wenig bekannt; mein Youtube-Clip sollte deshalb als bescheidener Beitrag zur Erforschung der Geschichte der japanischen Atomindustrie gesehen werden. Die untergelegten Bilder und Videos sind als Kontrastprogramm zum Text gedacht. Viel Vergnügen beim Ansehen und Anhören — und ein schönes neues Jahr 2012!
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Kontosperrung leicht gemacht — dank Googles Endlosschleife!
Wer daran interessiert ist, einmal einige Zeit ohne lästige Emails aus seinem Googlemail-Konto auszukommen, probiere bitte folgendes:
- Bei Youtube über das Google-Konto anmelden
- Sich als Nutzer von Youtube registrieren
- Bei der Eingabe des Geburtsdatums vergessen, das Jahr einzugeben.
Und schon erscheint als nächste Meldung (sinngemäß):
Ihr Konto wurde gesperrt und wird in 29 Tagen gelöscht, weil Sie nicht alt genug sind, um ein Googlemail-Konto zu nutzen.
Wohlgemerkt: Nicht das Youtube-Konto. Sondern Gmail.
Versucht man nun, sich bei Gmail anzumelden, erscheint derselbe Hinweis mit der freundlichen Hilfe: Man darf ein Ausweisdokument hochladen oder faxen, um das richtige Geburtsdatum zu belegen (dauert 3-5 Werktage), oder man überweist 30 Cent von einer gültigen Kreditkarte.
Wem das 30 Cent wert ist, der wählt natürlich diese Option. Und wird weitergeleitet zum “Google Checkout”. Dort darf man bezahlen. Theoretisch. Denn vorher muß man sich bei Google anmelden. Tut man das aber, erscheint der Hinweis:
Ihr Konto wurde gesperrt und wird in 29 Tagen gelöscht, weil Sie nicht alt genug sind, um ein Googlemail-Konto zu nutzen.
Das kenne ich aus der Zeit, in der ich meine eigenen Computerprogramme geschrieben habe. In BASIC nannte man das eine Endlosschleife. Sie gehört zu den elegantesten Techniken, um einen Computer lahmzulegen.
Fein. Wer mir also in den nächsten Tagen eine Email schicken will oder auf Antwort wartet, weiß jetzt, warum ich nicht antworten kann. Dank Google stehen mir unbeschwerte Neujahrstage bevor. Vielen Dank und ein erfolgreiches neues Jahr an die Programmierer!
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Nutzerstatistik 2011
Wie aus der Nutzerstatistik dieses Blogs ersichtlich, ist die Zahl der Zugriffe 2011 um rund 50 % gestiegen. Die Zahlen spiegeln die Dramatik der Geschehnisse in Japan oder besser: das Interesse der Internetnutzer an Informationen hierüber wider: Im Jahresverlauf zeigt sich, daß die Zahl der Zugriffe im März ungewöhnlich stark stieg und auch im April sehr hoch lag. Ursache hierfür war natürlich die nukleare Erdbebenkatastrophe vom 11.3.2011.
Nutzerstatistik
| Jahr | Einzelnutzer | Zugriffe | Nutzer/Tag | Zugriffe/Tag |
|---|---|---|---|---|
| 2008 | 9.175 | 133.431 | 25 | 366 |
| 2009 | 17.925 | 253.817 | 49 | 695 |
| 2010 | 21.182 | 356.385 | 58 | 1.001 |
| 2011 | 30.777 | 558.422 | 84 | 1.530 |

Ich bedanke mich bei allen Nutzern für ihr Interesse und wünsche ein glückliches neues Jahr!





