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Mit „Hello Kitty“ und Atomkraft ins neue Jahr

Nordkoreas Staatsfernsehen läutete das Neue Jahr natürlich mit Pomp und Gloria ein. In der begeisterten Volksmenge, die in Pyongyang dem festlichen Feuerwerk beiwohnen durfte, befanden sich auch zwei schick gekleidete junge Frauen mit einem großen Ballon in Form einer rosa Katze, die sehr stark an das japanische „Hello Kitty“ erinnert.

Ballons dieser Art findet man in Ostasien auf vielen Jahrmärkten und touristischen Schauplätzen. Die wenigsten stammen tatsächlich aus Japan. Aber immerhin: Sie sehen so aus, wie sich die Menschen in aller Welt inzwischen japanische Popkultur vorstellen. Auch die wohlerzogene Jugend Nordkoreas, das offiziell Japan zum Erbfeind erklärt hat, den man mit der eigenen Atombombe gern im Meer versenken will, scheint doch einen gewissen Hang hierzu zu verspüren.
Möge das Jahr für alle Beteiligten in Ostasien mit friedlichen rosa Katzen gesegnet sein. Obwohl es ja eigentlich das Jahr des Hundes ist.

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Neuerscheinung: Geschichte der japanisch-koreanischen Beziehungen

Die (meines Wissens) erste Gesamtdarstellung der japanisch-koreanischen Beziehungen von den Anfängen bis zur Gegenwart (Oktober 2017) ist aus meiner Hand im Iudicium-Verlag erschienen:

Geschichte der japanisch-koreanischen Beziehungen: Von den Anfängen bis zur Gegenwart

München: Iudicium 2017. 599 Seiten, 80 Abbildungen und Tabellen. 59,00 EUR. ISBN 9783862052165.

Das Inhaltsverzeichnis kann hier eingesehen werden.

  • Hier kann das Buch direkt beim Verlag bestellt werden.
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Japaner geben Abe Mehrheit für Verfassungsänderung

Bei den Wahlen zum japanischen Unterhaus, die Premierminister Abe Shinzō 安倍晋三 unter dem Vorwand der Nordkorea-Krise ausgerufen hat, hat die regierende Koalition aus Liberaldemokraten (LDP) und Kōmeitō am 22.10.2017 eine Zweidrittelmehrheit der Mandate errungen. Damit wird es ihr aus eigener Kraft möglich sein, die von Abe angestrebte Änderung der Verfassung zu beschließen.
Die Zweidrittelmehrheit liegt bei 310 Mandaten. Die Regierungskoalition hat mindestens 312 errungen. Wegen eines am Wahltag tobenden Taifuns verzögerte sich in manchen Landesteilen die Stimmenauszählung. Die LDP erhielt mindestens 283 Mandate, die Kōmeitō 29 Sitze (und verlor damit 5 Sitze). Die erst kurz vor der Wahl aus dem liberalen Flügel der bisherigen Demokratischen Partei hervorgegangene und von Edano Yukio 枝野幸男 geführte Konstitutionelle Demokratische Partei wurde mit 54 Sitzen stärkste Oppositionspartei. Zur neuen Fraktion gehört auch der ehemalige Premierminister Kan Naoto 菅直人, der seinen Wahlkreis in Tōkyō 2012 und 2014 verloren hatte, ihn aber jetzt zurückeroberte. Der konservative Flügel der Demokraten hatte sich mit den Anhängern der Gouverneurin von Tōkyō, Koike Yuriko 小池百合子, zur Partei der Hoffnung zusammengeschlossen, erreichte jedoch nur enttäuschende 49 Mandate. 12 Sitze gewannen die Kommunisten, 10 die rechtsgerichtete Vereinigung für die Renovation Japans, 1 die Sozialdemokraten. Zudem wurden 23 Unabhängige gewählt, darunter der ehemalige demokratische Premierminister Noda Yoshihiko 野田佳彦.

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Neuerscheinung: Sources of Japanese-Korean Relations

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6. Atombombentest Nordkoreas

Am 3.9. hat Nordkorea offenbar zum sechsten Mal einen unterirdischen Atombombentest durchgeführt. Die Explosion war erheblich heftiger als bei den Versuchen zuvor. Experten nehmen daher an, daß die eingesetzte Bombe zu einem neuen, weitaus stärkeren Typ gehört. Nordkorea behauptet, es habe sich um eine Wasserstoffbombe gehandelt.
Die Erschütterungen waren weit über das Erdbebenzentrum hinaus spürbar, wie das USGS National Earthquake Information Center berechnet hat.
Japans Regierung hat den Test bereits verurteilt und droht mit weiteren einseitigen Sanktionen. Erst letzte Woche hat China Japan deshalb kritisiert, weil es Sanktionen gegen chinesische und namibische Unternehmen verhängt hatte, die mit Nordkorea handelten.

Nordkoreas Atomwaffentests

DatumUhrzeit (UTC)PositionMagnitudeStärke (KT TNT) (geschätzt)
9.10.20061:3541.311°N 129.114°E0,7-2
25.5.20091:0041.306°N 129.029°E4,55-12
12.2.20132:5841.30°N 129.004°E5,15-12
6.1.20161:3041.300°N 129.047°E5,16-9
9.9.20160:3041.298°N 129.015°E5,310-30
3.9.201703:3041.343°N 129.036°E6,3100-150
Angaben über Uhrzeit, Magnitude und Position nach USGS

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Goethe in Japan: Lifestyle-Zeitschriften als kulturelle Gedächtnisorte

„Ich möchte ein echter Mann werden.“ Fast klingt es wie ein Zitat aus Goethes Werther, was in großen Lettern auf dem Titel der Maiausgabe der Zeitschrift prangt, die des Meisters Namen trägt: Goethe.
Aber weit (?) gefehlt. Urheber ist Aiba Masaki 相葉雅紀, der 35-jährige Popstar und Sänger der in ganz Ostasien vergötterten Boygroup Arashi, dessen schlanke Figur auch das Titelbild bildet. Niemand also, der an der „Krankheit zum Tode“ litte. Obwohl man das bei Popstars wohl auch nicht ausschließen kann.

Goethe

Das war dann auch schon die einzige Verwandtschaft, die sich zwischen der Lifestyle-Zeitschrift und ihrem deutschen Namensgeber konstruieren läßt. Das Blatt bietet ansonsten eben Lifestyle für lebenshungrige japanische Männer.
Eine andere Zeitschrift mit deutschem Namen wendet sich an die japanische Frau. Und heißt auch genau so: Frau. Ihre Juliausgabe zeigt einen anderen ostasiatischen Star: Kang Dae-sung, in Japan bekannt als D-LITE, 7 Jahre jünger als Aiba und Sänger der koreanischen Boygroup Bigbang — eine der repräsentativsten Bands des K-Pop. Das ganze Heft dieser Zeitschrift, an der nichts deutsch ist außer ihrem Namen, ist dem Thema „Südkorea“ gewidmet. D.h., es gibt ein paar Informationen wie „Korean Food Basics“, und der Rest besteht aus, nun ja, Empfehlungen zum Shopping in Korea. Trotz aller politischen Konflikte taugt koreanischer Lifestyle in Japan also immer noch zur Ansprache junger Japanerinnen.

Frau

Thematisch etwas eingegrenzter, aber dafür mit ausführlichem Horoskop-Teil präsentiert sich die Zeitschrift Spur (シュプール shupūru zu lesen und damit eindeutig deutsch) in ihrer Augustausgabe. Hier geht es um Mode, um „Geschichten von der Liebe zur Kleidung“, wie es auf dem Titel heißt: „Wir kleiden uns in Erinnerungen.“ (私たちは思い出を着ている) Das ist ein hübscher, fast philosophischer Gedanke, und die junge Frau auf dem Titelbild ist entsprechend retro gestylt. Deutschland findet auch hier nicht statt, aber wer hätte das bei einer Modezeitschrift mit dem Untertitel „National Fashion Story Project“ schon erwartet?

Spur

Solche Zeitschriften sind ja keine japanische Besonderheit. Man muß sie auch nicht von vorn bis hinten lesen, um zu erkennen, daß sie eine Qualität besitzen, die den Tagesmedien abgeht: Sie sind Träger des kulturellen Gedächtnisses. J-Pop, K-Pop, Retromode … alles Schauplätze, an denen sich für junge Menschen in Ostasien die Sehnsucht nach kultureller Geborgenheit offenbart. Wenn das dann noch unter geheimnisvollen deutschen Namen geschieht, sind wir ein Stück weit hineingenommen in diese Sehnsucht nach Männlichkeit, Fraulichkeit und den Spuren, die uns kleiden.

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