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Diplomatischer Bankrott

How much longer must we endure the monumental diplomatic incompetence of this government?

 fragt die konservative südkoreanische Chosun Ilbo und meint damit die bislang verheerende Bilanz der Regierung Moon. Teil davon ist die desaströse Verschlechterung des Verhältnisses zu Japan. Soeben haben sich beide Länder die Privilegierung im Außenhandel gegenseitig entzogen — mit negativen Folgen auf beiden Seiten. Ein anderer Teil betrifft die Tatsache, daß Nordkorea nach Expertenberichten inzwischen über 30 bis 40 atomare Sprengköpfe verfügen könnte — und damit endgültig unangreifbar wäre. Also insgesamt: Nichts erreicht außer einer dramatischen Verschlechterung der eigenen Position.
 
 
 

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日本国外に慰安婦像を配置する支持宣言

愛知トリエンナーレの一部であった「表現の不自由:その後」展が2019年8月23日に、開会式のたった3日後、愛知県知事により中止されました。愛知トリエンナーレは日本最大の文化イベントの一つです。中止の理由は、この展覧会が何年も前から韓国と日本の間の論争の骨であった「慰安婦」像のレプリカを展示したということでした。これに対して怒りを表したメッセージと脅威は数多くありましたが、決定的になったのは名古屋市長が中止を要求したことでした。
周知のように、海外に住んでいる韓国人などは「慰安婦」問題の不適切な処理に対する記念としてこの像のコピーを作成し、世界の多くの地域に立てようとしています。しかしそれに日本の抵抗は多くのレベルで非常に激しい。
これまでのところ、私自はこの努力に反対していました。この問題を両国の間で解決し、輸出しないで、日本国内にこそこうした記念碑もしくは像を立てるべきだと思いました。
しかし今は考え直しました。日韓間の関係は色々なレベルで最近劇的に悪化し、過剰な貿易戦争まで展開してしまいました。愛知の展覧会を取り巻く悲しい出来事は、現在、日本の表現の風土自体がこの展開に対する芸術的な議論までも容認しないことを示しています。ここで起こった事件は恥ずべきで、法外で、民主主義に値しない、言語道断です。まさに「表現の不自由」をテーマにした展覧会であったことは皮肉なことです。
今回のスキャンダルを考えると、私は以前の態度を修正せざるをえません。慰安婦問題を日本国内で公然と自由に議論できるまで、日本人と韓国人の感情を正確に表す、公式な慰安婦記念碑が東京で建立されるまで、私はそのような像や記念碑を日本国外に配置するイニシアチブを歓迎し支持します。

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Aichi: Ausstellung zur Unfreiheit endet mit Skandal wegen „Trostfrauen“-Statue

Nach nur drei Tagen wurde am 23. August 2019 auf massiven öffentlichen Druck hin die Ausstellung „Meinungs-Unfreiheit: Danach“ (meine Übersetzung von Hyōgen no Fujiyūten: Sono Go 表現の不自由展・その後) vom Gouverneur der Präfektur Aichi abgesetzt. Sie war Teil der Aichi-Triennale 愛知トリエンナーレ, eines der größten japanischen Kultur-Events. Grund für die Schließung war, daß in dieser Ausstellung eine Replik der „Trostfrauen“-Statue zu sehen war, die seit Jahren ein Zankapfel zwischen Südkorea und Japan ist. Die Aichi-Triennale wurde wegen der Statue mit massiven Drohungen eingeschüchtert, doch entscheidend war, daß der Bürgermeister der Stadt Nagoya die Schließung forderte.
Bekanntlich versuchen Südkoreaner in vielen Teilen der Welt, Kopien dieser Statue als Mahnmal gegen die (aus ihrer Sicht) unzulängliche Aufarbeitung der „Trostfrauen“-Frage aufzustellen; mit wechselndem Erfolg, denn der japanische Widerstand dagegen ist auf vielen Ebenen sehr heftig.
Meine eigene Meinung hierzu war bislang: Wenn wir in dieser Frage weiterkommen wollen, dann muß eine solche Statue in Japan selbst zu sehen sein. Stellvertreterkriege in anderen Weltregionen nützen nichts.
Die traurigen Ereignisse um die Ausstellung in Japan zeigen nun, parallel zum sich dramatisch zuspitzenden und völlig überflüssigen Handelskrieg zwischen den beiden Ländern, daß das Meinungsklima in Japan selbst nicht einmal eine künstlerische Auseinandersetzung damit duldet. Was hier geschehen ist, ist beschämend und empörend und einer Demokratie unwürdig. Daß es ausgerechnet eine Ausstellung zum Thema „Meinungs-Unfreiheit“ trifft, ist geradezu zynisch.
Angesichts des Skandals in Aichi bleibt mir nichts, als meine bisherige Haltung zu revidieren. Solange es in Japan selbst nicht möglich ist, über diese Frage offen und frei zu diskutieren, und bis das erste öffentliche „Trostfrauen“-Denkmal in Tokyo selbst errichtet wird, werde ich ab sofort jede Initiative unterstützen, solche Statuen außerhalb Japans aufzustellen.

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Japan: Pressefreiheit nach wie vor mittelmäßig

Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen hat im April 2019 ihre Rangliste der Pressefreiheit in 180 Ländern für 2018 veröffentlicht. Die Lage der ostasiatischen Länder ist darin fast unverändert. Südkorea hat etwas Boden gutgemacht und rangiert nun vor Taiwan auf Platz 41; die VR China ist um einen Platz auf Rang 177 zurückgefallen, ganz in der Nachbarschaft von Vietnam (176.) und Nordkorea, das die Rote Laterne an Turkmenistan abgeben durfte. Japan belegt unverändert den ziemlich mäßigen 67. Platz. Wir erinnnern uns dunkel: vor 2011 war Japan stets in der Welt-Spitzengruppe … aber das scheint inzwischen in Japan niemand mehr aufzuregen. Insgesamt muß man konstatieren: Ostasien ist weiterhin ein Sorgenkind, was die Pressefreiheit angeht.

Index der Pressefreiheit (Quelle: Reporter ohne Grenzen)

JahrJapanSüdkoreaTaiwanVR China
2018674142177
2017674342176
2016726345176
2015616051176
2014595750175
2013535047175
2012595750174
2011224445174
2010124248171

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Darüber lacht ganz Japan: Der olympische „Regenschirm-Hut“

Ende Mai 2019 stellte die Gouverneurin von Tōkyō, Koike Yuriko 小池百合子, der Öffentlichkeit den Prototyp einer neuartigen Kopfbedeckung vor: Es handelt sich um einen Sonnen- und Regenschirm, der auf dem Kopf getragen werden soll (kaburu kasa かぶる傘). Koike glaubt, dadurch die Besucher der Olympischen Sommerspiele von Tōkyō 2020 vor dem Sonnenstich bewahren zu können.

Das japanische Publikum findet dafür seither jede Menge Spott und Hohn. Auf Girls Channel, einem Meinungsforum für junge Frauen, fanden die Ansichten, dies sei „uncool“, „lächerlich“ oder „peinlich“, jeweils 99 % Zustimmung.
Einige verwiesen auch darauf, daß es ein solches Kleidungsstück bereits gegeben habe, nämlich in der Edo-Zeit:

Die traditionelle Kopfbedeckung aus Stroh hieß übrigens auch kasa, wurde jedoch mit einem anderen Schriftzeichen geschrieben, nämlich 笠.
Wie hat Marx so schön formuliert: Geschichte wiederholt sich, aber beim zweiten Mal kommt sie als Komödie …

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Umgekehrte Ampel: Neue Reservierungsanzeige der JR East

Wer in jüngster Zeit in neueren Zügen der japanischen Eisenbahngesellschaft JR East JR東日本 unterwegs war, wird sich vielleicht über die neue Reservierungsanzeige gefreut haben. In älteren Zügen sind die Wagen in solche mit und ohne Reservierungen getrennt (Shiteiseki 指定席 bzw. Jiyūseki 自由席); es gab jedoch keine Anzeige an einem einzelnen Sitzplatz, ob er belegt war. Viele neuere Züge sind jetzt grundsätzlich reservierungspflichtig, so daß die alte Aufteilung entfällt. Wer sie dennoch ohne Reservierung benutzt (darunter vermutlich auch viele Touristen mit JR-Railpaß), kann sich jetzt jedoch an der elektronischen Reservierungsanzeige grob orientieren. Sie funktioniert wie eine umgekehrte Ampel: Eine rote Leuchte über dem Sitz bedeutet einen freien Sitz; grün bedeutet, daß der Sitz reserviert ist; orange bedeutet, daß er im Augenblick zwar frei, aber ab dem nächsten Bahnhof belegt ist. Reichlich konterintuitiv also. Aber besser als nichts.

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