Am 15.3. veröffentlichte die „Welt Onlne“ eine Bildstrecke unter dem Titel „AKW-EXPLOSION — Tokio bereitet sich auf die radioaktive Wolke vor“. Sie besteht aus 29 Bildern. Von diesen stammen 4 nachweislich nicht aus Tokyo und Umgebung, sondern aus dem Tsunami-Katastrophengebiet. Besonders eindrucksvoll:
Bild 2 („Wer flüchten will, braucht viel Benzin.“)
Bild 3 („Dazu saugen manche gar den Sprit aus Autowracks ab.“)
— beide eindeutig aus dem Katastrophengebiet und ohne jeden Zusammenhang mit einer „radioaktiven Wolke“.
Bild 8 („Denn das beschädigte Kernkraftwerk Fukushima 1 ist nur 240 Kilometer entfernt. Steht der Wind ungünstig, weht eine radioaktive Wolke bis in die Millionen-Metropole.“) zeigt Menschen, die sich Atemschutzmasken (nicht: Atomschutzmasken!) gegen Pollenflug kaufen. Man beachte: „nur“ 240 Kilometer entfernt!
Bild 11 („Und wenn sie es tun, tun sie es mit Mund- und Kopfschutz.“ Es = „vor die Haustür gehen“, s. Bild 10) zeigt Kinder und Eltern auf dem Weg zur Grundschule. In Tokyo wiesen völlig unabhängig von jeder imaginierten radioaktiven Wolke viele Grundschulen die Schüler in den ersten Tagen nach dem Erdbeben an, mit den Erdbeben-Schutzmützen 防災頭巾 zur Schule zu gehen. Dies war eine Schutzmaßnahme vor Nachbeben — nicht vor Radioaktivität!
Kinder mit Erdbeben-Schutzmützen auf dem Schulweg
Mehrere Fotos (12, 10, 14) zeigen Menschen, die wegen der angekündigten Stromsperren elektrische Batterien und LED-Leuchten kaufen. Andere zeigen Supermarkt-Szenen usw. usw.
Kurzum: Es wird durch die Bildunterschriften der Eindruck erweckt, der durch den Titel der Bildserie beabsichtigt wurde. Die Bilder selbst geben nichts dafür her. Es handelt sich also um lehrbuchmäßige Manipulation.