{"id":7896,"date":"2023-07-22T02:36:12","date_gmt":"2023-07-22T00:36:12","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=7896"},"modified":"2023-07-22T02:37:15","modified_gmt":"2023-07-22T00:37:15","slug":"scheitert-deutschlands-bau-fuer-die-expo-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=7896","title":{"rendered":"Scheitert Deutschlands Bau f\u00fcr die Expo 2025?"},"content":{"rendered":"<p>Nach Recherchen der Tageszeitung <em>Asahi Shimbun<\/em>, die am 22. Juli 2023 ver\u00f6ffentlicht wurden, droht die f\u00fcr 2025 geplante Weltausstellung im japanischen \u014csaka zu einem Fiasko zu werden. Denn s\u00e4mtliche Bauvorhaben liegen so weit hinter dem Zeitplan zur\u00fcck, da\u00df Japans unter Arbeitskr\u00e4ftemangel leidende Bauindustrie nicht mehr damit rechnet, rechtzeitig fertig zu werden.<br \/>\nZwar haben sich mehr als 150 L\u00e4nder als Aussteller f\u00fcr die Expo angemeldet. Doch sind die hierf\u00fcr erforderlichen Bauantr\u00e4ge bis heute noch keinem einzigen Fall gestellt worden. Dies betrifft also auch Deutschland, das zur Gruppe der 56 L\u00e4nder geh\u00f6rt, die den Bau ihres Pavillons selbst organisieren wollen. Die japanische Bauwirtschaft sch\u00e4tzt, da\u00df wegen der ausgebliebenen Bauantr\u00e4ge mindestens zehn dieser 56 Pavillons aus Kapazit\u00e4tsgr\u00fcnden nicht mehr rechtzeitig errichtet werden k\u00f6nnen. Es bleibe dann nur, eilig Behelfsbauten zu schaffen &#8212; ohne R\u00fccksicht auf die Konzepte der teilnehmenden L\u00e4nder und damit auf Kosten der Attraktivit\u00e4t der Expo insgesamt.<br \/>\nDas Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz hatte sein Pavillon-Konzept bereits am 13. April in Berlin vorgestellt &#8212; exakt \u00fcbereinstimmend mit dem offiziellen Zeitplan. Zwar fand ich das Konzept nicht sonderlich \u00fcberzeugen. Es soll Kreislaufwirtschaft und damit Nachhaltigkeit symbolisieren und einen &#8222;Wow&#8220;-Effekt ausl\u00f6sen, der in nicht sonderlich lustiger Weise mit dem japanischen &#8222;Wa&#8220;-Konzept (also Harmonie) verbunden werden soll. Ein zentrales Marketing-Argument sind &#8222;Circulars&#8220; genannte Maskottchen. Freilich blieben noch viele Elemente bei der Vorstellung inhaltsleer, aber das kann sich ja bis 2025 noch \u00e4ndern.<br \/>\nUmso erstaunlicher ist, da\u00df offenbar auch Deutschland bislang keinen formalen Bauantrag bei der Expo-Organisation gestellt hat. Die Pr\u00fcfung dieser Antr\u00e4ge ist mehrstufig und dauert etwa f\u00fcnf Monate. Die f\u00fcr Ende Dezember geplante Grundsteinlegung ist damit fraglich geworden.<br \/>\nDoch nicht nur die Bauausf\u00fchrung ist fraglich geworden. Auch in Japan explodieren die Baukosten. Der japanische Pavillon wird nach jetzigem Stand statt knapp 6,8 Mrd. Yen (43 Mio. Euro) mindestens 7,7 Mrd. Yen (49 Mio. Euro) kosten. Dies ist eine Preissteigerung von mehr als 13 Prozent &#8212; innerhalb eines halben Jahres.<br \/>\nDie Expo 2025 ist \u00fcbrigens ein Kind der Abe-Zeit, als man der Meinung war, man m\u00fcsse Japans Image in der Welt aufpolieren &#8212; koste es, was es wolle. Inzwischen fehlt das Geld der \u00f6ffentlichen Hand an allen Ecken und Enden. Allerdings nicht nur in Japan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Recherchen der Tageszeitung Asahi Shimbun, die am 22. Juli 2023 ver\u00f6ffentlicht wurden, droht die f\u00fcr 2025 geplante Weltausstellung im japanischen \u014csaka zu einem Fiasko zu werden. Denn s\u00e4mtliche Bauvorhaben liegen so weit hinter dem Zeitplan zur\u00fcck, da\u00df Japans unter Arbeitskr\u00e4ftemangel leidende Bauindustrie nicht mehr damit rechnet, rechtzeitig fertig zu werden. Zwar haben sich mehr als 150 L\u00e4nder als Aussteller f\u00fcr die Expo angemeldet. 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