{"id":6994,"date":"2021-09-18T10:14:15","date_gmt":"2021-09-18T08:14:15","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=6994"},"modified":"2023-02-15T20:43:53","modified_gmt":"2023-02-15T19:43:53","slug":"heute-vor-90-jahren-mukden-zwischenfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=6994","title":{"rendered":"Heute vor 90 Jahren: Mukden-Zwischenfall"},"content":{"rendered":"<p>Am 18. September 1931 &#8212; auf den Tag genau vor 90 Jahren &#8212; sprengten japanische Soldaten in einer geheimen Kommandoaktion Gleise der S\u00fcdmanjurischen Eisenbahngesellschaft in die Luft. Sie provozierten damit wie gew\u00fcnscht den Einmarsch frischer japanischer Truppen in die Manjurei (zur Bewachung der Eisenbahn waren ohnehin schon Truppen dort stationiert) und die Besetzung der Stadt Mukden (heute Shenyang) durch Japan, um gegen den &#8222;Terrorismus&#8220; zu k\u00e4mpfen (deshalb Mukden-Zwischenfall, japanisch <em>Mansh\u016b Jihen<\/em> \u6e80\u5dde\u4e8b\u5909). Ein halbes Jahr sp\u00e4ter wurde unter dem Schutz der japanischen Besatzungsarmee die Manjurei als unabh\u00e4ngiger Staat ausgerufen.<br \/>\nDiese Aktionen fanden ohne Wissen und Einwilligung der japanischen Regierung und des Parlamentes statt. Doch die zivilen Kr\u00e4fte konnten sich gegen\u00fcber dem expansionistischen Fl\u00fcgel innerhalb der Armee nicht durchsetzen. Der V\u00f6lkerbund reagierte mit Kritik an Japan, weshalb Japan sich aus dem V\u00f6lkerbund zur\u00fcckzog und sich mit Deutschland und Italien zusammenschlo\u00df. Binnen weniger Jahre weiteten sich die japanischen Aktivit\u00e4ten in China aus, was schlie\u00dflich zum nahtlosen \u00dcbergang in den Zweiten Weltkrieg f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Die Tageszeitung <em>Akahata<\/em> \u8d64\u65d7, das Organ der Kommunistischen Partei Japans, <a href=\"http:\/\/www.jcp.or.jp\/akahata\/aik21\/2021-09-17\/2021091701_05_0.html\">kommentierte<\/a> in ihrer gestrigen Ausgabe:<\/p>\n<blockquote><p>\nKrieg ist weder ein nat\u00fcrliches Ph\u00e4nomen noch ist er unvermeidlich. Die Regierung und das Milit\u00e4r hetzten die Bev\u00f6lkerung mit verschw\u00f6rerischer Propaganda wie der &#8222;mandschurisch-mongolischen Lebenslinien-Theorie&#8220; auf. Von den politischen Parteien unterst\u00fctzten, ausgenommen die Kommunistische Partei Japans, vor allem die konservativen und sozialdemokratischen Parteien aktiv den Krieg. Die Mitwirkung der Massenmedien, einschlie\u00dflich der gro\u00dfen Zeitungen, am Krieg bis zur Niederlage im August 1945 ist ein gro\u00dfer Makel der Geschichte.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>In Japan herrscht gerade Wahlkampf. Dennoch ist die Mahnung, welche verh\u00e4ngnisvolle Rolle unkritische Berichterstattung und Gef\u00e4lligkeitspolitik spielten, nur zu berechtigt.<\/p>\n<p><em>Beitragsbild: Yamamoto Yoshikio alias Ri K\u014dran in einem w\u00e4hrend des 2. Weltkrieges gedrehten Film<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 18. September 1931 &#8212; auf den Tag genau vor 90 Jahren &#8212; sprengten japanische Soldaten in einer geheimen Kommandoaktion Gleise der S\u00fcdmanjurischen Eisenbahngesellschaft in die Luft. 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