{"id":6762,"date":"2019-08-03T18:56:59","date_gmt":"2019-08-03T16:56:59","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=6762"},"modified":"2019-08-03T18:56:59","modified_gmt":"2019-08-03T16:56:59","slug":"aichi-ausstellung-zur-unfreiheit-endet-mit-skandal-wegen-trostfrauen-statue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=6762","title":{"rendered":"Aichi: Ausstellung zur Unfreiheit endet mit Skandal wegen &#8222;Trostfrauen&#8220;-Statue"},"content":{"rendered":"<p>Nach nur drei Tagen wurde am 23. August 2019 auf massiven \u00f6ffentlichen Druck hin die Ausstellung &#8222;Meinungs-Unfreiheit: Danach&#8220; (meine \u00dcbersetzung von Hy\u014dgen no Fujiy\u016bten: Sono Go \u8868\u73fe\u306e\u4e0d\u81ea\u7531\u5c55\u30fb\u305d\u306e\u5f8c) vom Gouverneur der Pr\u00e4fektur Aichi <a href=\"https:\/\/www.asahi.com\/articles\/ASM8363FBM83OIPE027.html?iref=comtop_8_02\">abgesetzt<\/a>. Sie war Teil der Aichi-Triennale \u611b\u77e5\u30c8\u30ea\u30a8\u30f3\u30ca\u30fc\u30ec, eines der gr\u00f6\u00dften japanischen Kultur-Events. Grund f\u00fcr die Schlie\u00dfung war, da\u00df in dieser Ausstellung eine Replik der &#8222;Trostfrauen&#8220;-Statue zu sehen war, die seit Jahren ein Zankapfel zwischen S\u00fcdkorea und Japan ist. Die Aichi-Triennale wurde wegen der Statue mit massiven Drohungen eingesch\u00fcchtert, doch entscheidend war, da\u00df der B\u00fcrgermeister der Stadt Nagoya die Schlie\u00dfung forderte.<br \/>\nBekanntlich versuchen S\u00fcdkoreaner in vielen Teilen der Welt, Kopien dieser Statue als Mahnmal gegen die (aus ihrer Sicht) unzul\u00e4ngliche Aufarbeitung der &#8222;Trostfrauen&#8220;-Frage aufzustellen; mit wechselndem Erfolg, denn der japanische Widerstand dagegen ist auf vielen Ebenen sehr heftig.<br \/>\nMeine eigene Meinung hierzu war bislang: Wenn wir in dieser Frage weiterkommen wollen, dann mu\u00df eine solche Statue in Japan selbst zu sehen sein. Stellvertreterkriege in anderen Weltregionen n\u00fctzen nichts.<br \/>\nDie traurigen Ereignisse um die Ausstellung in Japan zeigen nun, parallel zum sich dramatisch zuspitzenden und v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssigen Handelskrieg zwischen den beiden L\u00e4ndern, da\u00df das Meinungsklima in Japan selbst nicht einmal eine k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung damit duldet. Was hier geschehen ist, ist besch\u00e4mend und emp\u00f6rend und einer Demokratie unw\u00fcrdig. Da\u00df es ausgerechnet eine Ausstellung zum Thema &#8222;Meinungs-Unfreiheit&#8220; trifft, ist geradezu zynisch.<br \/>\nAngesichts des Skandals in Aichi bleibt mir nichts, als meine bisherige Haltung zu revidieren. Solange es in Japan selbst nicht m\u00f6glich ist, \u00fcber diese Frage offen und frei zu diskutieren, und bis das erste \u00f6ffentliche &#8222;Trostfrauen&#8220;-Denkmal in Tokyo selbst errichtet wird, werde ich ab sofort jede Initiative unterst\u00fctzen, solche Statuen au\u00dferhalb Japans aufzustellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach nur drei Tagen wurde am 23. August 2019 auf massiven \u00f6ffentlichen Druck hin die Ausstellung &#8222;Meinungs-Unfreiheit: Danach&#8220; (meine \u00dcbersetzung von Hy\u014dgen no Fujiy\u016bten: Sono Go \u8868\u73fe\u306e\u4e0d\u81ea\u7531\u5c55\u30fb\u305d\u306e\u5f8c) vom Gouverneur der Pr\u00e4fektur Aichi abgesetzt. Sie war Teil der Aichi-Triennale \u611b\u77e5\u30c8\u30ea\u30a8\u30f3\u30ca\u30fc\u30ec, eines der gr\u00f6\u00dften japanischen Kultur-Events. 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