{"id":6003,"date":"2017-04-24T14:56:44","date_gmt":"2017-04-24T12:56:44","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=6003"},"modified":"2017-04-24T14:57:53","modified_gmt":"2017-04-24T12:57:53","slug":"china-wuerde-militaerschlag-gegen-nordkoreas-atomprogramm-hinnehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=6003","title":{"rendered":"China w\u00fcrde Milit\u00e4rschlag gegen Nordkoreas Atomprogramm hinnehmen"},"content":{"rendered":"<p>Die Situation auf der koreanischen Halbinsel hat sich weiter zugespitzt, seitdem die VR China angek\u00fcndigt hat, Nordkorea weitgehend vom Nachschub an Erd\u00f6l abzuschneiden &#8212; und dies offenbar auch umsetzt. S\u00fcdkoreanische Medien <a href=\"http:\/\/english.chosun.com\/site\/data\/html_dir\/2017\/04\/24\/2017042401225.html\">berichten<\/a> von Versorgungsengp\u00e4ssen an nordkoreanischen Tankstellen. Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA wiederum beschuldigte China in mehreren Artikeln, nach der Pfeife der USA zu tanzen und sich gegen\u00fcber Nordkorea &#8222;gemein&#8220; zu verhalten.<br \/>\nIn Chinas kommunistischem Sprachrohr <em>Global Times<\/em> fanden sich darauf messerscharfe Erwiderungen, die vermuten lassen, da\u00df China endg\u00fcltig die Geduld mit seinem schwierigen Nachbarn verloren hat. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten bestehe in Ostasien die Gefahr eines Krieges, hie\u00df es in einem <a href=\"http:\/\/www.globaltimes.cn\/content\/1043646.shtml\">Leitartikel<\/a> vom 22. April. Grund hierf\u00fcr sei die US-amerikanische Politik gegen\u00fcber Nordkorea, aber die Hauptursache sei Nordkoreas Festhalten an seinem Atomprogramm. Chinas Position sei eindeutig:<\/p>\n<blockquote><p>Wenn Pyongyangs stures Weitermachen mit seinem Nuklearprogramm weitergeht und Washington im Ergebnis einen milit\u00e4rischen Angriff auf Nordkoreas Nuklearanlagen f\u00fchrt, sollte Beijing diesem Schlag durch diplomatische Kan\u00e4le entgegentreten, statt in eine milit\u00e4rische Aktion verwickelt zu werden. Es w\u00e4re in Washingstons bestem Interesse, den hohen Grad an Bedrohung gr\u00fcndlich zu bedenken, der sich durch einen von Pyongyang gegen Seoul gef\u00fchrten Racheangriff erg\u00e4be. Einem solchen Racheangriff k\u00f6nnen Washington und Seoul nicht standhalten.<br \/>\nFalls jedoch US- und s\u00fcdkoreanische Truppen Koreas Demilitarisierte Zone in einer Bodeninvasion \u00fcberschreiten, um das Pyongyang-Regime direkt zu beseitigen, wird China seine eigenen Alarmglocken l\u00e4uten und sein Milit\u00e4r unverz\u00fcglich in Stellung bringen. Beijing w\u00fcrde niemals dasitzen und zusehen, wie fremde Truppen das Pyongyang-Regime st\u00fcrzen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit anderen Worten: Einen begrenzten Milit\u00e4rschlag der USA, der sich gegen das nordkoreanische Atomprogramm richtet, w\u00fcrde China hinnehmen.<br \/>\nDamit interpretiert China seine B\u00fcndnispflicht gegen\u00fcber Nordkorea neu. Bislang konnte Nordkorea davon ausgehen, da\u00df jeder Angriff auf Nordkorea von seinem gro\u00dfen Bruder geahndet w\u00fcrde. Nun gibt China den USA praktisch <em>carte blance<\/em> f\u00fcr einen Erstschlag.<br \/>\nDer Friede in Ostasien ist damit, wie man auch in Beijing wei\u00df, nicht sicherer geworden. Am 23.4. hat <em>Global Times<\/em> deshalb noch eine Warnung an Pyongyang <a href=\"http:\/\/www.globaltimes.cn\/content\/1043774.shtml\">hinzugef\u00fcgt<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Vielleicht mu\u00df Pyongyang seine Auffassung revidieren, da\u00df Nordkorea ein Beh\u00fcter und Wachtposten Chinas ist und deshalb, was es auch tut, Beijing keine Alternative dazu hat, Pyongyang Schutz zu gew\u00e4hren. Wenn Nordkorea dies wirklich so sieht, macht es einen Fehler. Sein Nuklearprogramm hat Frieden und Stabilit\u00e4t in Nordostasien schwer beeintr\u00e4chtigt und Chinas haupts\u00e4chliche nationale Interessen gef\u00e4hrdet. Pyongyang daran zu hindern, weiterhin Atomwaffen zu entwickeln, ist bereits Beijings Priorit\u00e4t in seiner Nordostasien-Politik geworden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Uhr tickt, k\u00f6nnte man meinen. Von nicht lebensnotwendigen Reisen nach Nordkorea rate ich zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt eher ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Situation auf der koreanischen Halbinsel hat sich weiter zugespitzt, seitdem die VR China angek\u00fcndigt hat, Nordkorea weitgehend vom Nachschub an Erd\u00f6l abzuschneiden &#8212; und dies offenbar auch umsetzt. S\u00fcdkoreanische Medien berichten von Versorgungsengp\u00e4ssen an nordkoreanischen Tankstellen. Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA wiederum beschuldigte China in mehreren Artikeln, nach der Pfeife der USA zu tanzen und sich gegen\u00fcber Nordkorea &#8222;gemein&#8220; zu verhalten. In Chinas kommunistischem Sprachrohr Global Times fanden sich darauf messerscharfe Erwiderungen, die vermuten lassen, da\u00df China endg\u00fcltig die Geduld mit seinem schwierigen Nachbarn verloren hat. 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