{"id":5473,"date":"2016-05-28T18:29:02","date_gmt":"2016-05-28T14:29:02","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=5473"},"modified":"2016-05-29T19:50:52","modified_gmt":"2016-05-29T17:50:52","slug":"wanderung-zum-hallasan-auf-der-insel-jeju","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=5473","title":{"rendered":"Wanderung zum Hallasan auf der Insel Jeju"},"content":{"rendered":"<p>Der h\u00f6chste Berg S\u00fcdkoreas ist der Hallasan \u6f22\u62cf\u5c71 (1.950 m), und er liegt auf der gr\u00f6\u00dften Insel S\u00fcdkoreas, Jeju \u6e08\u5dde\u5cf6 (1.850 m<sup>2<\/sup>). Wenn man (aus dienstlichen Gr\u00fcnden, wegen des Jeju World Forum 2016) schon einmal auf der Insel ist, sollte man den Berg doch auch gleich einmal besteigen &#8212; dachte ich mir.<br \/>\nDaf\u00fcr gibt es verschiedene offizielle Routen, von denen nur zwei zum Gipfel f\u00fchren. Die eine der beiden, die ich gew\u00e4hlt habe, gilt als bergsteigerisch wenig anstrengend, doch als sehr lang (mehr als 9 km bis zum Gipfel). Und man mu\u00df morgens zeitig aufbrechen, denn erstens wird der Zugang zum Gipfel nach etwa 6,5 km Aufstieg bereits im 13 Uhr gesperrt (in der kalten Jahreszeit sogar schon um 12 Uhr), und zweitens ist die Route so beliebt, da\u00df man in gro\u00dfes Gedr\u00e4nge ger\u00e4t, wenn man &#8222;nach dem Aufstehen&#8220; hingeht.<br \/>\nAlso stand ich heute bereits um 6:00 Uhr auf, verzichtete aufs Fr\u00fchst\u00fcck und fuhr mit dem Bus (Linie 781) vom Rathaus Jeju zum Startpunkt f\u00fcr den Aufstieg, Seongpanak (vom Rathaus aus dauert die Fahrt rund eine halbe Stunde), der auf 728 m H\u00f6he liegt. Gegen 7:20 Uhr begann die Tour.<br \/>\nAusger\u00fcstet war ich mit einem (leider nicht ganz wasserdichten) Rucksack mit Getr\u00e4nken, Essen, Fotoapparat und W\u00e4sche zum Wechseln. Zu langer Hose und kurzem Hemd trug ich bei vorherigen Wanderungen bew\u00e4hrte Trainingsschuhe. Beim n\u00e4chsten Mal, soviel sei vorweggenommen, w\u00fcrde ich allerdings Wanderstiefel nehmen. Es sei denn, das Wetter w\u00e4re deutlich besser als heute.<\/p>\n<table>\n<tr border=\"none\">\n<td>\n<noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/c3.staticflickr.com\/8\/7363\/26691973474_851af5b018_o.jpg\" alt=\"Landschaft auf dem Hallasan\"\/><\/noscript><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%20viewBox='0%200%201875%202500'%3E%3C\/svg%3E\" data-src=\"https:\/\/c3.staticflickr.com\/8\/7363\/26691973474_851af5b018_o.jpg\" alt=\"Landschaft auf dem Hallasan\"\/class=\"lozad\" \/>\n<\/td>\n<td>\n<noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/c2.staticflickr.com\/8\/7766\/27299129865_24467df358_o.jpg\" alt=\"Wanderweg auf dem Hallasan\"\/><\/noscript><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%20viewBox='0%200%201875%202500'%3E%3C\/svg%3E\" data-src=\"https:\/\/c2.staticflickr.com\/8\/7766\/27299129865_24467df358_o.jpg\" alt=\"Wanderweg auf dem Hallasan\"\/class=\"lozad\" \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Der Wanderweg ist \u00fcberhaupt nicht zu verfehlen. Er besteht entweder aus Basaltgestein, das unregelm\u00e4\u00dfig und sehr uneben in meist sanfter Steigung ausgelegt ist, oder Stufen mit einem Querholz oder Bohlenwegen. Die vier Kilometer bis zur ersten H\u00fctte (die nur Toiletten bietet und eine kurze Gelegenheit zum Verschnaufen) schaffte ich locker in einer Stunde. Ich wollte Vorsprung vor den (zu diesem fr\u00fchen Zeitpunkt noch wenigen) Koreanern gewinnen, au\u00dferdem nieselte es, und der Weg bietet au\u00dfer recht eint\u00f6niger Vegetation nicht viel zu sehen (drei kleine Br\u00fccken, wenn ich richtig gez\u00e4hlt habe). Unterwegs plauderte ich mit einer jungen Koreanerin, die bereits zum f\u00fcnften Mal aufstieg und mir empfahl, nicht gleich zum Gipfel zu gehen, sondern bei Kilometer 6 den Eingang zum Saraoreum genannten kleinen Nebenkrater zu nehmen. Die Aussicht sei sch\u00f6ner als auf dem Gipfel.<br \/>\nDas tat ich dann auch. Der Saraoreum liegt bereits auf 1.310 m H\u00f6he, und um zu ihm zu gelangen, mu\u00df man ein paar hundert Meter steile Treppen steigen. Oben angekommen, sah ich &#8212; so gut wie nichts.<br \/>\nInzwischen war n\u00e4mlich der Regen st\u00e4rker geworden. Der gesamte Berg war in eine graue Wolke geh\u00fcllt.<\/p>\n<div align=\"center\">\n<noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/c1.staticflickr.com\/8\/7710\/27204314712_faeef7e676_c.jpg\" alt=\"Saraoreum-Kratersee im Regen\" width=\"80%\"\/><\/noscript><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%20viewBox='0%200%2080%%20'%3E%3C\/svg%3E\" data-src=\"https:\/\/c1.staticflickr.com\/8\/7710\/27204314712_faeef7e676_c.jpg\" alt=\"Saraoreum-Kratersee im Regen\" width=\"80%\"\/class=\"lozad\" \/>\n<\/div>\n<p>Ich ging ein St\u00fcck am See entlang und entschied mich auf dem R\u00fcckweg zur Hauptroute, die Besteigung abzubrechen. Inzwischen war das Gros der aufstiegslustigen Einheimischen eingetroffen. H\u00e4tte es nicht geregnet, w\u00e4ren es zweifellos noch mehr gewesen. Doch bereits so setzte ein ziemliches Gedr\u00e4nge ein. Alle standen unter dem Druck, bis 13:00 Uhr zur zweiten H\u00fctte zu gelangen. Ich h\u00e4tte das nat\u00fcrlich leicht geschafft, mir fehlten ja nur noch ein paar hundert Meter. Doch dort h\u00e4tte das steilste St\u00fcck des Aufstiegs begonnen, f\u00fcr das noch einmal zwei Stunden anzusetzen w\u00e4ren &#8212; bei gutem Wetter kein Problem, aber bei inzwischen str\u00f6mendem Regen f\u00fcr mich sinnlos. Also gab ich auf.<br \/>\nDer R\u00fcckweg dauerte deutlich l\u00e4nger als mein Aufstieg. Denn durch den Regen standen jetzt tiefe Pf\u00fctzen auf dem Pfad, so da\u00df ich streckenweise von Stein zu Stein h\u00fcpfen mu\u00dfte, was mit den Trainingsschuhen durchaus m\u00fchsam war. Au\u00dferdem kamen mir st\u00e4ndig Gruppen von Koreanern entgegen, die verbissen nach oben strebten und relativ wenig Raum f\u00fcr die R\u00fcckkehrer lie\u00dfen. Erst kurz vor Schlu\u00df rief mir eine Koreanerin fr\u00f6hlich <em>Anyeong haseyo!<\/em> zu. Ab 11:00 Uhr ri\u00df der Strom der Wanderer v\u00f6llig ab, denn es w\u00e4re zu sp\u00e4t gewesen, um noch zum Gipfel zu kommen. Kurz vor dem Parkplatz kam mir noch ein junges P\u00e4rchen entgegen, in Alltagskleidung und mit Regenschirmen. Ich bin gespannt, bis wohin sie wohl gekommen sind.<br \/>\nF\u00fcr Auf- und Abstieg, zusammen etwas \u00fcber 14 km, brauchte ich 4:08 Stunden. Kein Grund, stolz zu sein. Aber angesichts der Witterung war die Umkehr wohl die weiseste Entscheidung. H\u00e4tte ich ein paar Stunden auf dem Gipfel ausgeharrt, h\u00e4tte der Regen vermutlich irgendwann aufgeh\u00f6rt. Von der Stadt aus sah ich allerdings, da\u00df der Berg den ganzen Rest des Tages unter Wolken lag. Eine richtig gute Aussicht h\u00e4tte ich also vermutlich auch dann nicht haben k\u00f6nnen.<br \/>\nAlso bis zum n\u00e4chsten Mal &#8212; im Sonnenschein!<\/p>\n<p><a href=\"..\/..\/..\/..\/wp-content\/uploads\/osm_map\/hallasan_2016.kml\">KML-Datei zum Download<\/a><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der h\u00f6chste Berg S\u00fcdkoreas ist der Hallasan \u6f22\u62cf\u5c71 (1.950 m), und er liegt auf der gr\u00f6\u00dften Insel S\u00fcdkoreas, Jeju \u6e08\u5dde\u5cf6 (1.850 m2). Wenn man (aus dienstlichen Gr\u00fcnden, wegen des Jeju World Forum 2016) schon einmal auf der Insel ist, sollte man den Berg doch auch gleich einmal besteigen &#8212; dachte ich mir. Daf\u00fcr gibt es verschiedene offizielle Routen, von denen nur zwei zum Gipfel f\u00fchren. Die eine der beiden, die ich gew\u00e4hlt habe, gilt als bergsteigerisch wenig anstrengend, doch als sehr lang (mehr als 9 km bis zum Gipfel). 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