{"id":2909,"date":"2012-10-13T10:15:50","date_gmt":"2012-10-13T08:15:50","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2909"},"modified":"2012-10-13T10:20:32","modified_gmt":"2012-10-13T08:20:32","slug":"schreck-in-der-mittagsstunde-die-faz-bebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2909","title":{"rendered":"Schreck in der Mittagsstunde: Die FAZ bebt"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der laufenden Tagung des Internationalen W\u00e4hrungsfonds in Tokyo ereignete sich &#8212; nicht ganz ungew\u00f6hnlich f\u00fcr die Region &#8212; ein Erdbeben. Carsten Germis, der dort stationierte Korrespondent der FAZ, hat es in einer Extrameldung auf der Hauptseite des Wirtschaftsteils der FAZ vom 13.10.2012 (Nr. 239, S. 11) nebst einem h\u00fcbschen Foto des neuen, mehr als 600 Meter hohen &#8222;Sky Tree&#8220; untergebracht: mit der spektakul\u00e4ren \u00dcberschrift &#8222;St\u00e4rke 5,0&#8220;.<br \/>\nDer besorgte Leser liest darin:<\/p>\n<blockquote><p>W\u00e4hrend der Jahrestagung lie\u00df ein Beben der St\u00e4rke 5,0 in den Mittagsstunden Hochh\u00e4user schwanken. Sch\u00e4den gab es nicht. &#8230; Das Zentrum des Erdbebens lag rund 40 Kilometer entfernt.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Was er wieder einmal nicht erf\u00e4hrt: Da\u00df deutsche Journalisten trotz den Ereignissen von 2011 immer noch nicht gelernt haben, sich pr\u00e4zise auszudr\u00fccken, und statt dessen lieber mit dem omin\u00f6sen Wort &#8222;St\u00e4rke&#8220; operieren. Tats\u00e4chlich registrierte das japanische Wetteramt am 12.10. um 13:57 h ein <a href=\"http:\/\/bousai.tenki.jp\/bousai\/earthquake\/detail-20121012135727.html\">Beben der <strong>Magnitude<\/strong> 5,0<\/a>. Das Zentrum des Erdbebens lag nicht 40, sondern 80 Kilometer vom Zentrum Tokyos entfernt. Und es ereignete sich 40 km unterhalb der Erdoberfl\u00e4che. Daraus ergibt sich recht logisch, da\u00df das Erdbeben in manchen Teilen Tokyos mit einer <strong>Intensit\u00e4t<\/strong> von 2 auf der japanischen Skala, meistens aber nur mit 1 zu sp\u00fcren war.<br \/>\nD.h. faktisch, da\u00df die meisten Menschen in Tokyo gar nichts gesp\u00fcrt haben und da\u00df die <strong>Gefahr von Sch\u00e4den gleich null<\/strong> war.<br \/>\nUnd es bedeutet eine Best\u00e4tigung meines Vorurteils, da\u00df deutsche Journalisten an der japanischen Wirklichkeit nicht ernsthaft interessiert sind. Sondern nur an m\u00f6glichst gruseligen Schlagzeilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der laufenden Tagung des Internationalen W\u00e4hrungsfonds in Tokyo ereignete sich &#8212; nicht ganz ungew\u00f6hnlich f\u00fcr die Region &#8212; ein Erdbeben. Carsten Germis, der dort stationierte Korrespondent der FAZ, hat es in einer Extrameldung auf der Hauptseite des Wirtschaftsteils der FAZ vom 13.10.2012 (Nr. 239, S. 11) nebst einem h\u00fcbschen Foto des neuen, mehr als 600 Meter hohen &#8222;Sky Tree&#8220; untergebracht: mit der spektakul\u00e4ren \u00dcberschrift &#8222;St\u00e4rke 5,0&#8220;. Der besorgte Leser liest darin: W\u00e4hrend der Jahrestagung lie\u00df ein Beben der St\u00e4rke 5,0 in den Mittagsstunden Hochh\u00e4user schwanken. Sch\u00e4den gab es nicht. 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