{"id":2877,"date":"2012-09-23T16:00:31","date_gmt":"2012-09-23T14:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2877"},"modified":"2012-09-23T16:02:19","modified_gmt":"2012-09-23T14:02:19","slug":"konfrontation-mit-china-schuld-hat-die-japanische-sprache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2877","title":{"rendered":"Konfrontation mit China: Schuld hat &#8230; die japanische Sprache?!"},"content":{"rendered":"<p>Als w\u00e4ren die chinesischen Provokationen im Streit um die Senkaku-Inseln nicht schon schlimm genug, m\u00fcssen sich die Japaner jetzt auch noch \u00fcber die oberlehrerhaften Kommentare der deutschen Presse \u00e4rgern. Ganz vorn dabei wieder einmal die FAZ, deren Kommentator Carsten Germis <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/nationalismus-in-japan-die-langen-schatten-11898462.html\">am 21.9.<\/a> seinen Lesern beibringt:<\/p>\n<blockquote><p>Mehr als 200 Jahre war das Land unter der Herrschaft der Shogune des Tokugawa-Clans, deren Regierungszeit Edo-Zeit genannt wird, von der Welt abgeschottet. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kam es unter dem Druck amerikanischer Kanonenboote zur \u00d6ffnung. Bis heute hat sich aller oberfl\u00e4chlichen Modernisierung zum Trotz viel von dieser feudalen Kultur der Edo-Zeit unterschwellig in der japanischen Gesellschaft erhalten. Es gibt ein starkes Gef\u00fchl, anders und besonders zu sein. Eine schwere Sprache, ein dichtes soziales Regelwerk, das den Umgang miteinander bestimmt, das Bewusstsein eines lange abgeschotteten Inselvolks, etwas Besonderes zu sein, n\u00e4hrt den Nationalismus, vor allem dann, wenn der Druck von au\u00dfen auf Japan immer st\u00e4rker wird.<\/p><\/blockquote>\n<p>Schuld an dem jetzigen Konflikt sind also die Tokugawa; dann die Amerikaner, die Japan offenbar traumatisiert haben; dann die Japaner, die sich nur oberfl\u00e4chlich modernisiert haben; und nicht zuletzt die &#8222;schwere Sprache&#8220;.<\/p>\n<p><em>Die schwere Sprache<\/em>. Allein diese Behauptung disqualifiziert einen Japan-Korrespondenten eigentlich hinl\u00e4nglich. Aber spinnen wir den Gedanken weiter: H\u00e4tte Japan <em>eine so leichte Sprache wie Deutsch<\/em>, dann h\u00e4tte es sich nat\u00fcrlich tiefgr\u00fcndig modernisiert, h\u00e4tte nie einen Zweiten Weltkrieg begonnen und 6 Millionen Juden vernichtet.<\/p>\n<p>Habe ich die FAZ jetzt richtig verstanden?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als w\u00e4ren die chinesischen Provokationen im Streit um die Senkaku-Inseln nicht schon schlimm genug, m\u00fcssen sich die Japaner jetzt auch noch \u00fcber die oberlehrerhaften Kommentare der deutschen Presse \u00e4rgern. Ganz vorn dabei wieder einmal die FAZ, deren Kommentator Carsten Germis am 21.9. seinen Lesern beibringt: Mehr als 200 Jahre war das Land unter der Herrschaft der Shogune des Tokugawa-Clans, deren Regierungszeit Edo-Zeit genannt wird, von der Welt abgeschottet. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kam es unter dem Druck amerikanischer Kanonenboote zur \u00d6ffnung. 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