{"id":2798,"date":"2012-06-18T22:39:33","date_gmt":"2012-06-18T20:39:33","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2798"},"modified":"2012-06-30T09:45:19","modified_gmt":"2012-06-30T07:45:19","slug":"ozawa-scheidungsaffare-das-kartell-des-schweigens-und-ein-abgesang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2798","title":{"rendered":"Ozawa-Scheidungsaff\u00e4re: Das Kartell des Schweigens und ein Abgesang"},"content":{"rendered":"<p>Wie hier <a href=\"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2790\">bereits am 15. Juni berichtet<\/a>, bereitet die Ver\u00f6ffentlichung eines Briefes, in dem seine Frau \u00fcber seine Feigheit w\u00e4hrend der Fukushima-Krise von 2011 und viele weitere Gr\u00fcnde f\u00fcr die von ihr eingereichte Scheidung berichtet, dem bisherigen starken Mann der Demokratischen Partei Japans, Ozawa Ichir\u014d \u5c0f\u6ca2\u4e00\u90ce, ein betr\u00e4chtliches Imageproblem.<br \/>\nWundersam nur: Seit der Ver\u00f6ffentlichung im Magazin Sh\u016bkan Bunshun \u9031\u520a\u6587\u6625 am 14. Juni gab es in den tonangebenden Massenmedien Japans &#8212; von den Fernsehsendern angefangen bis zu den Tageszeitungen &#8212; kein Wort dar\u00fcber. Abgesehen von der rechtslastigen Sankei Shinbun \u7523\u7d93\u65b0\u805e, die dar\u00fcber gleichfalls am 15. Juni gen\u00fc\u00dflich <a href=\"http:\/\/sankei.jp.msn.com\/politics\/news\/120615\/stt12061510040004-n1.htm\">berichtete<\/a>.<br \/>\nNun endlich, am 18. Juni, kl\u00e4rt ein <a href=\"http:\/\/mainichi.jp\/opinion\/news\/20120618ddm002070050000c.html\">Artikel in der Mainichi<\/a> \u6bce\u65e5\u65b0\u805e von Yamada Takao \u5c71\u7530\u5b5d\u7537 \u00fcber die Hintergr\u00fcnde auf. Die Redaktion von Sh\u016bkan Bunshun konnte sich vor Anfragen aus den Redaktionen der anderen Medien, insbesondere der privaten Fernsehsender, die sonst jede noch so triviale Intimit\u00e4t \u00f6ffentlich interessanter Menschen ihrem Publikum servieren, nicht retten. Aber nichts davon ging auf Sendung. Warum?<\/p>\n<blockquote><p>Anscheinend gab es Druck von den Parlamentsabgeordneten, die zu Ozawas Anh\u00e4ngerschaft z\u00e4hlen. &#8222;Wenn ihr das aufgreift, trete ich nicht mehr in euren Programmen auf&#8220;, hie\u00df es.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Mainichi-Redaktion rechtfertig zugleich, warum sie diese &#8222;private Enth\u00fcllung&#8220; aufgreift: Der Brief der Ehefrau, der sicher nicht auf einer F\u00e4lschung beruhe, sei <\/p>\n<blockquote><p>ein bedeutendes Dokument, um einen Politiker neu zu bewerten, der in den vergangenen viereinhalb Jahrhunderten [sic! Gemeint wahrscheinlich: Jahrzehnten, R.Z.] in der japanischen Politik kontinuierlich das Auge des Taifuns bildete.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist ein eleganter, gegendarstellungsresistent formulierter Abgesang. Also dann: <em>Abayo<\/em>, &#8222;Schattensh\u014dgun&#8220;!<\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong><br \/>\nAm 23. Juni <a href=\"http:\/\/www.yomiuri.co.jp\/politics\/news\/20120623-OYT1T00211.htm\">berichtete<\/a> endlich auch die Yomiuri Shinbun \u8aad\u58f2\u65b0\u805e ausf\u00fchrlich \u00fcber den Fall und kommentierte, er werde sicher Folgen f\u00fcr Ozawas Plan haben, eine eigene neue Partei zu gr\u00fcnden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie hier bereits am 15. Juni berichtet, bereitet die Ver\u00f6ffentlichung eines Briefes, in dem seine Frau \u00fcber seine Feigheit w\u00e4hrend der Fukushima-Krise von 2011 und viele weitere Gr\u00fcnde f\u00fcr die von ihr eingereichte Scheidung berichtet, dem bisherigen starken Mann der Demokratischen Partei Japans, Ozawa Ichir\u014d \u5c0f\u6ca2\u4e00\u90ce, ein betr\u00e4chtliches Imageproblem. Wundersam nur: Seit der Ver\u00f6ffentlichung im Magazin Sh\u016bkan Bunshun \u9031\u520a\u6587\u6625 am 14. 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