{"id":2265,"date":"2011-08-24T15:25:17","date_gmt":"2011-08-24T13:25:17","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2265"},"modified":"2011-08-24T15:26:42","modified_gmt":"2011-08-24T13:26:42","slug":"casiumkiller-giese-salz-japan-ignoriert-eine-chance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2265","title":{"rendered":"C\u00e4siumkiller Giese-Salz: Japan ignoriert eine Chance"},"content":{"rendered":"<p>Ammoniumeisenhexacyanoferrat (AEHCF) ist der wissenschaftliche Name f\u00fcr eine Substanz, die der deutsche Tierarzt Werner Giese in den 1970er erfand und die daher als Giese-Salz bezeichnet wird. Es handelt sich um ein hochwirksames Mittel zur Dekorporation des radioaktiven C\u00e4sium 137 &#8212; zu deutsch: um einen Futterzusatz, mit dessen Hilfe Zuchtvieh wie K\u00fche oder Schafe, aber auch Wildschweine weitgehend entgiftet werden k\u00f6nnen. Ohne Nebenwirkungen. Am lebendigen Leibe, wohlgemerkt.<br \/>\nNachweise der positiven Wirkung gibt es in H\u00fclle und F\u00fclle, z.B. eine <a href=\"http:\/\/www.patent-de.com\/20051222\/DE102004027230A1.html\">Patentanmeldung<\/a>, einen Bericht in der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/super-gau-von-tschnerobyl-was-von-der-wolke-uebrig-bleibt-1.1076722-2\">S\u00fcddeutschen Zeitung<\/a> &#8230; und nat\u00fcrlich wissenschaftliche Aufs\u00e4tze. Leider sind sie in Japan so gut wie unbekannt. Obwohl das Giese-Salz in Deutschland nach dem Tschernobyl-Unfall eine wichtige Rolle dabei spielte, die deutsche Viehzucht vor dem Kollaps zu bewahren, und obwohl Schreckensmeldungen \u00fcber verseuchtes Mastvieh die japanische \u00d6ffentlichkeit verunsichern, ignorieren sowohl das japanische Landwirtschaftsministerium als auch die \u00d6ffentlichkeit, welches Potential in AEHCF steckt.<br \/>\nDie Gr\u00fcnde daf\u00fcr, so recherchierte ein japanischer Landwirtschaftsjournalist jetzt, sind schlicht b\u00fcrokratisch. Weder Giese-Salz noch andere Dekontaminationsmittel wurden bisher vom Landwirtschaftsministerium zugelassen. Man nimmt im Ministerium einfach an, da\u00df die Belastung durch C\u00e4sium 137 wegen dessen biologischer Abbaugeschwindigkeit (Halbwertszeit im K\u00f6rper ca. 60 Tage) schneller verschwindet, als ein solches Mittel zugelassen werden k\u00f6nnte. Zweitens gebe es schon l\u00e4ngst den Plan, da\u00df der Staat die eventuell belasteten Tiere aufkauft, so da\u00df der Schaden nicht bei den Bauern h\u00e4ngenbleibt. Und drittens w\u00fc\u00dfte man nicht, wie man den radioaktiv belasteten Mist entsorgen sollte.<br \/>\nDas Ministerium setzt also &#8212; wie so oft im japanischen Amtsdenken &#8212; auf das Prinzip Hoffnung statt aktiver Verbraucherschutz. Auch ein Standpunkt. Allerdings nicht gerade einer, der dabei hilft, die vom selben Ministerium so gef\u00fcrchtete &#8222;Rufsch\u00e4digung&#8220; der japanischen Landwirtschaft zu verhindern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ammoniumeisenhexacyanoferrat (AEHCF) ist der wissenschaftliche Name f\u00fcr eine Substanz, die der deutsche Tierarzt Werner Giese in den 1970er erfand und die daher als Giese-Salz bezeichnet wird. 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