{"id":2063,"date":"2011-05-01T18:25:59","date_gmt":"2011-05-01T16:25:59","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2063"},"modified":"2011-05-01T18:39:39","modified_gmt":"2011-05-01T16:39:39","slug":"grenzwerte-fur-schulhofe-umstritten-regierungsberater-tritt-zuruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=2063","title":{"rendered":"Grenzwerte f\u00fcr Schulh\u00f6fe umstritten &#8212; Regierungsberater tritt zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Aus Protest gegen die nach seiner Meinung viel zu hoch angesetzten Grenzwerte f\u00fcr die radioaktive Belastung von Schul- und Kindergartenh\u00f6fen im nuklearen Katastrophengebiet hat ein erst im M\u00e4rz berufener Regierungsberater, Kosako Toshis\u014d \u5c0f\u4f50\u53e4\u654f\u8358, am 29.4. seinen <a href=\"http:\/\/search.japantimes.co.jp\/print\/nn20110501a2.html\">R\u00fccktritt angek\u00fcndigt<\/a>. Er sei frustriert, weil die Regierung nicht auf ihn h\u00f6ren wolle. Ministerpr\u00e4sident Kan hat darauf mit der Mitteilung reagiert, der <a href=\"http:\/\/jen.jiji.com\/jc\/eng?g=eco&#038;k=2011043000251\">Grenzwert werde gesenkt<\/a>.<br \/>\n<noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.t.u-tokyo.ac.jp\/epage\/faculty\/t_meibo\/t_meibo_photo\/57288869.JPG\" height=30% width=30% alt=\"Kosako Toshis\u014d\" \/><\/noscript><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%20viewBox='0%200%20%20'%3E%3C\/svg%3E\" data-src=\"http:\/\/www.t.u-tokyo.ac.jp\/epage\/faculty\/t_meibo\/t_meibo_photo\/57288869.JPG\" height=30% width=30% alt=\"Kosako Toshis\u014d\" \/class=\"lozad\" \/><br \/>\nDer umstrittene Grenzwert geht auf eine <a href=\"http:\/\/www.mext.go.jp\/b_menu\/houdou\/23\/04\/1305174.htm\">Stellungnahme der Krisenzentrale<\/a> zur Abwehr der Nuklearkatastrophe gegen\u00fcber dem Kultus- und dem Gesundheitsministerium vom 19.4.2011 zur\u00fcck. Unter Berufung auf die International Commission on Radiological Protection (ICRP) wird dort f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit eine j\u00e4hrliche Strahlendosis von 20 mSv f\u00fcr akzeptabel gehalten. Dies bedeute auf den Tag umgerechnet 3,8 uSV\/h au\u00dferhalb von Geb\u00e4uden (bei 8 Stunden Aufenthalt im Freien) und 1,52 uSV\/h innerhalb von Geb\u00e4uden. Schulen und Kinderg\u00e4rten, auf deren H\u00f6fen diese Werte unterschritten w\u00fcrden, d\u00fcrften ihre Kinder im Freien spielen lassen. Allerdings sollten die Kinder keine Erde in den Mund nehmen, sich nach Hofaktivit\u00e4ten das Gesicht waschen und den Mund regelm\u00e4\u00dfig aussp\u00fclen und zuhause ihre Schuhe von Staub reinigen. Diese Regelung sei bis zum Ende der Gro\u00dfen Ferien (Ende August) befristet.<br \/>\nIn der Tat hat die ICRP am 21. M\u00e4rz Japan <a href=\"http:\/\/www.icrp.org\/docs\/Fukushima%20Nuclear%20Power%20Plant%20Accident.pdf\">mitgeteilt<\/a>,<\/p>\n<blockquote><p>the Commission continues to recommend choosing reference levels in the band of 1 to 20 mSv per year, with the long-term goal of reducing reference levels to 1 mSv per year<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212; woraus ersichtlich wird, da\u00df der Wert von 20 mSV als H\u00f6chstwert akzeptiert wurde. Es ist damit nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht gesagt, da\u00df sich eine Regierung unbedingt an diesem H\u00f6chstwert orientieren mu\u00df &#8212; auch wenn die Lebenserfahrung sagt, da\u00df B\u00fcrokraten gern an die Grenze dessen gehen, wof\u00fcr sie eine Rechtfertigung finden.<br \/>\nEs gibt Regionen auf der Erde, in den die nat\u00fcrliche Radioaktivit\u00e4t erheblich \u00fcber dem von der ICRP vorgeschlagenen (und auch in Deutschland geltenden) Wert von 1 mSv j\u00e4hrlich liegt. Im indischen Kerala betr\u00e4gt sie ganzj\u00e4hrig 4 mSv, im chinesischen Guangdong 5,4 mSv, im brasilianischen Guarapari und im iranischen Ramsar 6 mSv. In keiner dieser Regionen ist eine Zunahme von Krebserkrankungen in der Bev\u00f6lkerung beobachtet worden. (Johannes Friedrich Diehl: <em>Radioaktivit\u00e4t in Lebensmitteln<\/em>. Weinheim 2003, S. 54-56. Diehl war Vorsitzender der &#8222;Leitstelle zur \u00dcberwachung der Umweltradioaktivit\u00e4t in Lebensmitteln&#8220; der Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Ern\u00e4hrung.) Wahrscheinlich w\u00e4re es der japanischen Bev\u00f6lkerung deutlich einfacher zu vermitteln, wenn statt eines Freilandversuchs mit 20 mSV die empirisch gesicherten Werte &#8212; also maximal 6 mSv &#8212; angesetzt w\u00fcrden. Und wenn zudem kleine Kinder und schwangere Frauen die gro\u00dfen Ferien zur Vorsicht einmal woanders verbr\u00e4chten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Protest gegen die nach seiner Meinung viel zu hoch angesetzten Grenzwerte f\u00fcr die radioaktive Belastung von Schul- und Kindergartenh\u00f6fen im nuklearen Katastrophengebiet hat ein erst im M\u00e4rz berufener Regierungsberater, Kosako Toshis\u014d \u5c0f\u4f50\u53e4\u654f\u8358, am 29.4. seinen R\u00fccktritt angek\u00fcndigt. Er sei frustriert, weil die Regierung nicht auf ihn h\u00f6ren wolle. Ministerpr\u00e4sident Kan hat darauf mit der Mitteilung reagiert, der Grenzwert werde gesenkt. Der umstrittene Grenzwert geht auf eine Stellungnahme der Krisenzentrale zur Abwehr der Nuklearkatastrophe gegen\u00fcber dem Kultus- und dem Gesundheitsministerium vom 19.4.2011 zur\u00fcck. 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