{"id":18,"date":"2007-09-01T12:26:24","date_gmt":"2007-09-01T11:26:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.japankunde.de\/kotoba\/?p=18"},"modified":"2023-02-16T12:35:58","modified_gmt":"2023-02-16T11:35:58","slug":"mal-wieder-ein-plagiat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=18","title":{"rendered":"Mal wieder ein Plagiat"},"content":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick eine sch\u00f6n gestaltete, 30 Seiten starke <strong>Hausarbeit<\/strong>, f\u00fcr die die Verfasserin gern 12 Leistungspunkte kassieren m\u00f6chte: Eine freundliche, durchaus nicht auf den Kopf gefallene Chinesin &#8230; und die Arbeit war in Rekordzeit, vor Ende der Vorlesungszeit, fertig.<\/p>\n<p>Und dann beginnt die \u00fcbliche Routine. Man sucht im Internet nach einigen markanten S\u00e4tzen, und es dauert keine zehn Minuten, bis klar ist: Die ganze Arbeit ist eine <strong>Collage<\/strong>. W\u00f6rtlich \u00fcbernommene Passagen aus fremden Texten, deren Herkunft nat\u00fcrlich nirgendwo angegeben ist. Ein Plagiat reinsten Wassers.<\/p>\n<p>In der Sprache der Pr\u00fcfungsordnung ist das ein T\u00e4uschungsversuch. Von eigener geistiger Leistung keine Spur.<\/p>\n<p>Zieht man den Zusammenhang von hier zur so augenf\u00e4lligen chinesischen Kultur des Raubkopierens im Fahrzeug-Design &#8212; wie jetzt gerade zur Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt &#8212; oder zu den offenkundig mit Billigung der chinesischen  Beh\u00f6rden unternommenen Spionageangriffe auf die Computer der deutschen Regierung, kann man eigentlich nur schlie\u00dfen, da\u00df der Begriff des <strong>&#8222;geistigen Eigentums&#8220;<\/strong> im volkschinesischen Denken nicht existiert. Diese Haltung ist, wie ein Fahrzeughersteller kommentiert, schlie\u00dflich &#8222;<a href=\"http:\/\/www.motorauthority.com\/news\/industry\/clones-are-perfectly-legal-says-shuanghuan\/\">approved by the Chinese government<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Das Problem ist allerdings, wie Kenneth Lieberthal vom Harvard Business Manager <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/harvard\/0,2828,343650,00.html\">formuliert<\/a>, ist zwar keineswegs nur auf China beschr\u00e4nkt:<\/p>\n<blockquote><p>Die bislang g\u00fcltigen globalen Mechanismen zum Schutz von Know-how sind aufgeweicht. Der hemmungslose Ideenklau chinesischer Unternehmen macht das Problem noch brisanter.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Besonders sch\u00f6ne Beispiele, wie chinesischer Ideenklau neben deutschen schon l\u00e4ngst auch japanisches und koreanisches Design betrifft, finden sich <a href=\"http:\/\/www.motorauthority.com\/news\/industry\/attack-of-the-clones-chinese-copies-of-the-honda-cr-v\/\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.motorauthority.com\/news\/industry\/chinese-chery-qq-a-carbon-copy-of-the-daewoo-matiz\/\">hier<\/a>.)<\/p>\n<p>Um das Problembewu\u00dftsein zu sch\u00e4rfen, werde ich also zuk\u00fcnftig Anweisungen f\u00fcr Hausarbeiten mit folgenden Worten \u00fcberschreiben:<\/p>\n<blockquote>\n<h1 class=\"firstHeading\" align=\"center\">\u7981\u6b62\u527d\u7a83\u4ed6\u4eba\u4f5c\u54c1<\/h1>\n<p align=\"center\"><strong><em>jinj\u00ee piaochi\u00eb tar\u00ean zuopin<\/em><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick eine sch\u00f6n gestaltete, 30 Seiten starke Hausarbeit, f\u00fcr die die Verfasserin gern 12 Leistungspunkte kassieren m\u00f6chte: Eine freundliche, durchaus nicht auf den Kopf gefallene Chinesin &#8230; und die Arbeit war in Rekordzeit, vor Ende der Vorlesungszeit, fertig. 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