{"id":1392,"date":"2010-03-28T12:24:05","date_gmt":"2010-03-28T10:24:05","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=1392"},"modified":"2010-03-28T12:24:05","modified_gmt":"2010-03-28T10:24:05","slug":"bruste-sex-und-virtuelle-pornos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=1392","title":{"rendered":"Br\u00fcste, Sex und virtuelle Pornos"},"content":{"rendered":"<p>Nachrichten aus unterschiedlichen Teilen Asiens best\u00e4tigen den Eindruck, da\u00df wir nicht nur in Europa an der Schwelle zu einem neuen K\u00f6rper-, Nacktheits- und Pornographiediskurs stehen.<br \/>\nIn der Pr\u00e4fektur Tokyo wird \u00fcber einen <a href=\"http:\/\/headlines.yahoo.co.jp\/hl?a=20100310-00000001-zdn_n-sci\">Gesetzentwurf beraten<\/a>, der den Pornographie- und Gewalt-Begriff erstmals auch auf &#8222;nicht-existierende&#8220; (\u975e\u5b58\u5728, also virtuelle) K\u00f6rper ausdehnt, d.h. vor allem, auf Darstellungen in Manga und Anime. Nun ist Japan f\u00fcr seine graphische Verarbeitung von Sex und Gewalt auf hohem Niveau und mit hohem Kommerzialisierungsgrad seit langem bekannt (man denke nur an Shunga \u6625\u753b). Die konservativen Parteien im Pr\u00e4fekturparlament wollen dem aber aus Jugendschutzgr\u00fcnden nun einen Riegel vorschieben. Die regierende Demokratische Partei hat allerdings Bedenken hinsichtlich der Meinungs- und Kunstfreiheit angemeldet, so da\u00df die Entscheidung vorerst verschoben wird. Die \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit f\u00fcr solche Fragen ist <a href=\"http:\/\/search.japantimes.co.jp\/rss\/nn20100327a8.html?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed%3A+japantimes_news+%28The+Japan+Times+Headline+News+-+News+%26+Business%29\">deutlich gestiegen<\/a>: 2009 wurden der Polizei landesweit 725 F\u00e4lle von Kindesmi\u00dfbrauch gemeldet, das sind 15 % mehr als zuvor. Zum vierten Mal hintereinander ist dabei die Zahl von Mi\u00dfbrauchsf\u00e4llen innerhalb der eigenen Familie gestiegen.<br \/>\nGleichzeitig hat die Stadt Taipei eine &#8222;Selbstverwaltungs-Verordnung zum <a href=\"http:\/\/tw.airwed.com\/?action-viewthread-tid-8253\">Brustf\u00fcttern an \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen<\/a>&#8220; (\u516c\u5171\u5834\u6240\u6bcd\u4e73\u54fa\u80b2\u81ea\u6cbb\u6761\u4f8b) in Kraft gesetzt, die stillenden M\u00fcttern ab sofort erlaubt, in der \u00d6ffentlichkeit ihren Babies die Brust zu geben. Wer versucht, sie daran zu hindern, mu\u00df mit einem Bu\u00dfgeld rechnen. Das taiwanische Parlament \u00fcberlegt, diese Regelung in ein landesweites Gesetzt umzusetzen, um stillende M\u00fctter vor Anfeindungen in der \u00d6ffentlichkeit zu sch\u00fctzen. Offenbar ist auf Taiwan (wie \u00fcbrigens auch in Japan) die Toleranz der \u00d6ffentlichkeit selbst gegen\u00fcber einer aus guten und nicht-pornographischen Gr\u00fcnden entbl\u00f6\u00dfte Brust so sehr gesunken, da\u00df man M\u00fctter auf diesem Wege in Schutz nehmen will.<br \/>\nIm Oktober 2008 verabschiedete das indonesische Parlament auf Dr\u00e4ngen islamistischer Parteien ein Gesetz gegen Pornographie, das noch ganz andere Gefahren mit sich bringt. Es definiert Pornographie als &#8222;pictures, sketches, photos, writing, voice, sound, moving picture, animation, cartoons, conversation, gestures, or other communications shown in public with salacious content or sexual exploitation that violate the moral values of society&#8220;; wer sich in diesem Sinne der Pornographie schuldig macht, mu\u00df mit bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe rechnen. Dies ist so drastisch und vor allem so einseitig auf das Pornographieverst\u00e4ndnis der islamischen Mehrheit orientiert, da\u00df B\u00fcrgerrechtsgruppen, K\u00fcnstler und Angeh\u00f6rige von ethnischen und religi\u00f6sen Minderheiten um ihre b\u00fcrgerlichen Freiheiten f\u00fcrchten. Das indonesische Verfassungsgericht hat nun bekr\u00e4ftigt, da\u00df <a href=\"http:\/\/www.washingtonpost.com\/wp-dyn\/content\/article\/2010\/03\/25\/AR2010032500449.html\">dieses Gesetz verfassungsgem\u00e4\u00df<\/a> sei; es d\u00fcrfe allerdings nicht gegen ethnische Br\u00e4uche sowie k\u00fcnstlerische Ausdrucksformen wie Tanzen angewandt werden. Genau dies ist allerdings in der letzten Zeit der Fall gewesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachrichten aus unterschiedlichen Teilen Asiens best\u00e4tigen den Eindruck, da\u00df wir nicht nur in Europa an der Schwelle zu einem neuen K\u00f6rper-, Nacktheits- und Pornographiediskurs stehen. 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