{"id":1151,"date":"2009-11-26T09:28:36","date_gmt":"2009-11-26T08:28:36","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=1151"},"modified":"2009-11-26T09:29:45","modified_gmt":"2009-11-26T08:29:45","slug":"japans-auswartige-kulturpolitik-in-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=1151","title":{"rendered":"Japans ausw\u00e4rtige Kulturpolitik in der Krise"},"content":{"rendered":"<p>Die Sparkommission der neuen japanischen Regierung, deren Aufgabe es ist, den Haushaltsentwurf f\u00fcr 2010 zusammenzustreichen (was euphemistisch als &#8222;Projektklassifizierung&#8220; \u4e8b\u696d\u4ed5\u5206\u3051 bezeichnet wird), hat eine \u00dcberpr\u00fcfung der Finanzierung der Japan Foundation (\u56fd\u969b\u4ea4\u6d41\u57fa\u91d1) und anderer regierungsnaher Stiftungen <a href=\"http:\/\/www.47news.jp\/CN\/200911\/CN2009112501000810.html\">angeordnet<\/a>. Ziel soll sein, den japanischen Steuerzahler von \u00fcberfl\u00fcssigen Ausgaben zu entlasten. Im Falle der Japan Foundation, die dem Au\u00dfenministerium zugeordnet ist, wurde kritisiert, da\u00df ihre Kulturf\u00f6rderung teilweise mit der F\u00f6rderung durch das Kulturamt (\u6587\u5316\u5e81) des Kultusministeriums \u00fcberlappt. Au\u00dferdem seien hier besonders viele Exbeamte mit Posten versorgt (was man Amakudari \u5929\u4e0b\u308a nennt und was die neue Regierung zu bek\u00e4mpfen versprochen hat). Das Stiftungskapital, von dessen Zinsen der Haushalt der Stiftung finanziert wird, solle dem Staatshaushalt zugef\u00fchrt werden und die Arbeit der Stiftung in Zukunft aus dem laufenden Staatsetat finanziert werden. Es sei auch nicht einzusehen, weshalb der Steuerzahler daf\u00fcr zahlen solle, wenn ausl\u00e4ndische Wissenschaftler sich in Japan aufhielten.<\/p>\n<p>Die Japan Foundation war bislang neben der vorwiegend naturwissenschaftlich orientierten Japan Socienty for the Promotion of Science (\u5b66\u8853\u632f\u8208\u4f1a) der wichtigste Sponsor der Japanforschung und des Japanischunterrichts in aller Welt. Sie ist u.a. Tr\u00e4ger des Japanischen Kulturinstituts in K\u00f6ln. Die jahrzehntelange Arbeit der Stiftung ist nun, ausgerechnet in einer Phase, in der die Konkurrenz durch China und Korea sp\u00fcrbar gr\u00f6\u00dfer geworden ist, gef\u00e4hrdet &#8212; die japanischen Reformer drohen das Kind mit dem Bade auszusch\u00fctten. <strong>F\u00fcr die japanische Kulturpolitik ist nun das Schlimmste zu bef\u00fcrchten.<\/strong><\/p>\n<hr>\n<p>Der Euphemismus <em>jigy\u014d shiwake<\/em> \u4e8b\u696d\u4ed5\u5206\u3051 ist \u00fcbrigens schwer \u00fcbersetzbar. Grob bedeutet er &#8222;Evaluation&#8220;. Gemeint ist: Die Gesch\u00e4fte und Projekte eines Unternehmens (<em>jigy\u014d<\/em> \u4e8b\u696d) (hier: des Staates) werden eingeteilt (<em>shiwakeru<\/em> \u4ed5\u5206\u3051\u308b) in solche, die weiter gef\u00f6rdert werden sollen, und solche, die aufgegeben werden sollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sparkommission der neuen japanischen Regierung, deren Aufgabe es ist, den Haushaltsentwurf f\u00fcr 2010 zusammenzustreichen (was euphemistisch als &#8222;Projektklassifizierung&#8220; \u4e8b\u696d\u4ed5\u5206\u3051 bezeichnet wird), hat eine \u00dcberpr\u00fcfung der Finanzierung der Japan Foundation (\u56fd\u969b\u4ea4\u6d41\u57fa\u91d1) und anderer regierungsnaher Stiftungen angeordnet. Ziel soll sein, den japanischen Steuerzahler von \u00fcberfl\u00fcssigen Ausgaben zu entlasten. Im Falle der Japan Foundation, die dem Au\u00dfenministerium zugeordnet ist, wurde kritisiert, da\u00df ihre Kulturf\u00f6rderung teilweise mit der F\u00f6rderung durch das Kulturamt (\u6587\u5316\u5e81) des Kultusministeriums \u00fcberlappt. 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