{"id":1142,"date":"2009-11-12T13:55:32","date_gmt":"2009-11-12T12:55:32","guid":{"rendered":"http:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=1142"},"modified":"2009-11-13T00:45:00","modified_gmt":"2009-11-12T23:45:00","slug":"linguistische-heucheleien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kotoba.japankunde.de\/?p=1142","title":{"rendered":"Linguistische Heucheleien"},"content":{"rendered":"<p>So lautet die Theorie:<\/p>\n<blockquote><p>\u00c4hnlich wie bei bedrohten nat\u00fcrlichen Arten geht es nicht um die einzelne Sprache, sondern um die Breite des Spektrums. Durch die massenhafte Verdr\u00e4ngung von Sprachen ger\u00e4t die Mannigfaltigkeit der Strukturm\u00f6glichkeiten aus dem Blick und wird dadurch tats\u00e4chlich eingeschr\u00e4nkt. Denn Sprachen erneuern und bereichern sich ganz wesentlich durch den Kontakt mit anderen. Die Verringerung der diesbez\u00fcglichen M\u00f6glichkeiten bedeutet eine Verarmung des Innovationspotenzials. Obwohl wir nicht wissen, was das f\u00fcr die geistige Kraft der Gattung letzten Endes bedeutet, stimmt dieser Aspekt der Globalisierung viele, die in der Vielfalt einen Wert an sich sehen, bedenklich und manche melancholisch.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Florian Coulmas: Blut wird keines vergossen. Doch mit jeder Sprache, die ausstirbt, verlieren wir ein unwiederbringliches Zeugnis geistiger Sch\u00f6pfungskraft des Menschen.<\/strong> In: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/aktuell\/blut_wird_keines_vergossen_1.4003311.html\">Neue Z\u00fcrcher Zeitung Online<\/a>, 12.11.2009<\/p>\n<p>Und so lautet die Praxis des von Florian Coulmas geleiteten Deutschen Instituts f\u00fcr Japanstudien in Tokyo laut <a href=\"http:\/\/www.dijtokyo.org\/?page=publication_list.php&#038;p_id=1&#038;menu=5\">Ank\u00fcndigung vom selben Tag<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Following the publication of issue number 21 of Japanstudien on \u201cAgeing in Japan\u201d, the journal of the German Institute for Japanese Studies will undergo a few changes: As of 2010, the journal will change its name, publisher, and publication frequency. Volume 22, entitled \u201cMind the Gap: Stratification and Social Inequalities in Japan\u201d, to be published in October 2010, will be a double issue; after that the journal will appear in two issues, spring and autumn. <strong>Under its new name Contemporary Japan<\/strong>, the journal will be published by Mouton de Gruyter, Berlin and New York.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bislang, wohlgemerkt, hie\u00df die Zeitschrift &#8222;Japanstudien&#8220; und enthielt \u00fcberwiegend deutschsprachige Beitr\u00e4ge.<br \/>\nHeuchelei ist wohlfeil &#8212; allerdings bin ich ziemlich sicher, da\u00df das Honorar, das die NZZ dem Kollegen Coulmas f\u00fcr seine Krokodilstr\u00e4nen gezahlt hat, von diesem nicht dem <a href=\"http:\/\/www.vds-ev.de\/\">Verein Deutsche Sprache<\/a> gespendet wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So lautet die Theorie: \u00c4hnlich wie bei bedrohten nat\u00fcrlichen Arten geht es nicht um die einzelne Sprache, sondern um die Breite des Spektrums. 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