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Redselig: Der Sohn des geliebten Führers

Kim Jeong-NamDer bei japanischen Journalisten recht gut bekannte älteste Sohn des nordkoreanischen Diktators Kim Jeong-Il, Kim Jeong-Nam, hat einem japanischen Privat-Fernsehsender ein kurzes Interview gegeben. Darin behauptet er, sich nicht — wie in japanischen Medien spekuliert — aus Nordkorea abgesetzt zu haben, von der Ernennung seines jüngeren Bruders Jëng-Un aus aus Medien erfahren zu haben und zuletzt „vor längerer Zeit“ mit seinem Vater geredet zu haben — aber nicht über die Nachfolgeregelung. Das Interview wurde offenkundig auf einem Flughafen geführt, und der sichtlich gutgelaunte Kim (wenn er es denn wirklich war) wirkt wie ein beliebiger Tourist von Nebenan. Das Peinliche: Sein Englisch ist um Klassen besser als das des Interviewers (der schon einmal „accessor“ und „successor“ verwechselt). Man muß das Schlimmste befürchten, sollten japanische Journalisten weltweit ihre Informationen auf diesem Niveau einsammeln.
Hier geht es zum Interview mit Kim Jong-Nam.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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