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Bucht von Tōkyō von Containerschiff blockiert

Eine Aktivistengruppe hat ein Supercontainerschiff gekapert und vor der Einfahrt in die Bucht von Tōkyō so zum Liegen gebracht, daß eine Passage unmöglich ist. Das Schiff wurde mit Stahltrossen an beiden Ufern verkettet. Sympathisanten der Aktivisten haben sich wiederum an die Stahltrossen gekettet, was die für ihre Friedfertigkeit bekannte japanische Polizei effektiv daran hindert, die Blockade abzubauen.
Die bislang unbekannte Gruppe mit dem Namen „Japan, Evade from Slavery of the U.S.!“ (J.E.S.U.S.) gab auf einer nächtlichen Pressekonferenz bekannt, daß die Blockade so lange andauern soll, bis ihre drei Hauptforderungen erfüllt sind:
— Auf Tōkyōs Märkten sollen nur noch Bananen und Kaffee aus FairTrade gehandelt werden dürfen;
— die Olympischen Sommerspiele in Tōkyō sollen ohne Beteiligung von Sportlern abgehalten werden, damit diese nicht gezwungen werden müssen, eine Corona-Schutzimpfung zu erhalten;
— vor dem Amtssitz des japanischen Ministerpräsidenten soll eine überlebensgroße Statue von Kim Il-Sung errichtet werden.
Die japanische Führung gibt sich zuversichtlich, die Blockade am 2. April beenden zu können, damit die groß angekündigten Feierlichkeiten zum 510. Geburtstag des Shōgun Ashikaga Yoshiharu nicht gestört werden.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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