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Erkenntnisse aus Südkorea: Vorwiegend junge Leute verbreiten Corona

Das südkoreanische Zentrum zur Kontrolle und Verhütung von Krankheiten hat nach der Analyse von fast 8.000 in Südkorea registrierten Fällen von COVID-19 überraschende Ergebnisse über dessen Verbreitungsmuster veröffentlicht.
Demnach stellten Jugendliche und Heranwachsende bis 20 Jahre ein Drittel aller Corona-Patienten und trugen erheblich zur Ausbreitung der Krankheit im Lande bei. Die Infektionen begannen bei jüngeren Koreanern und breiteten sich nach einigen Tagen auf ältere Menschen aus: Als nächstes wurden Menschen in den Vierzigern und Fünfzigern infiziert, gefolgt von einem Anstieg in Fällen bei Menschen in den Siebzigern und Achtzigern einige Tage später. Dies deutet darauf hin, daß das Virus zu Hause oder in Pflegeheimen an ältere Menschen weitergegeben wurde.
Die meisten der in Südkorea aufgetretenen Todesfälle wurden vier bis fünf Tage nach Auftreten von Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert und starben etwa fünf Tage später. Dort dauerte es zu lange, zwischen leichten und schweren Fällen zu unterscheiden, so daß letztlich für die schwer Erkrankten die Hilfe selbst im Krankenhaus zu spät kam. Die meisten Todesfälle litten zuvor an anderen Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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