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Darüber lacht ganz Japan: Der olympische „Regenschirm-Hut“

Ende Mai 2019 stellte die Gouverneurin von Tōkyō, Koike Yuriko 小池百合子, der Öffentlichkeit den Prototyp einer neuartigen Kopfbedeckung vor: Es handelt sich um einen Sonnen- und Regenschirm, der auf dem Kopf getragen werden soll (kaburu kasa かぶる傘). Koike glaubt, dadurch die Besucher der Olympischen Sommerspiele von Tōkyō 2020 vor dem Sonnenstich bewahren zu können.

Das japanische Publikum findet dafür seither jede Menge Spott und Hohn. Auf Girls Channel, einem Meinungsforum für junge Frauen, fanden die Ansichten, dies sei „uncool“, „lächerlich“ oder „peinlich“, jeweils 99 % Zustimmung.
Einige verwiesen auch darauf, daß es ein solches Kleidungsstück bereits gegeben habe, nämlich in der Edo-Zeit:

Die traditionelle Kopfbedeckung aus Stroh hieß übrigens auch kasa, wurde jedoch mit einem anderen Schriftzeichen geschrieben, nämlich 笠.
Wie hat Marx so schön formuliert: Geschichte wiederholt sich, aber beim zweiten Mal kommt sie als Komödie …

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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