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Was in der neuen Zeit selbstverständlich sein sollte

Die Stadtverwaltung von Kyōto 京都 hat im April 2019 in den öffentlichen Räumen und Untergrundbahnhöfen ein Plakat aufhängen lassen mit dem Titel: „Gemeinsam leben — Selbstverständlichkeiten des neuen Zeitalters“. Damit wollte sie ihre Bürger auf den bevorstehenden Thronwechsel einstimmen. Das Bild zeigt friedlich unter blühenden feiernde Menschen unterschiedlicher Ethnizitäten (eine Frau mit Kopftuch und ein Mann mit Turban sind dabei), zwei gleichgeschlechtliche Paare (einmal weiblich, einmal männlich) beim Stadtbummel, behinderte Menschen, die am öffentlichen Leben teilnehmen, sowie Kinder beim fröhlichen Seilspringen. Zur Erläuterung ist noch folgender Text beigegeben:

Laßt uns ein Zeitalter schaffen, das für die Beseitigung der Diskriminierung von Behinderten, die Beseitigung von Haßreden, die Beseitigung der Buraku-Diskriminierung und für Diversität tieferes Verständnis besitzt, in dem jeder einzelne respektiert und niemand zurückgelassen wird.

Schöner kann man es nicht sagen.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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