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Nordkorea 1951: Militärbordelle „reduzieren die Kampfkraft“

Eine Trouvaille aus den jetzt über CrossAsia zugänglichen Foreign Broadcast Information Service (FBIS) Daily Reports der CIA aus der Zeit des Korea-Krieges betrifft den Zusammenhang zwischen Kampfmoral und Sex im Krieg. In einer Rundfunkmeldung vom 11.5. 1951, die über den Chinese International Service ausgestrahlt wurde, heißt es:

As a rule the degradation and degeneration of the American Army organization affects the individual life of the troops. The main function of the American Special Service Division is to provide the GI’s with obscene and sexy magazines and papers and fantasy story books. Among the belongings of the American POW’s are nude snapshots, lewd pictures, and prophylactic rubbers. The prophylactic kit is a legal army supply item for the American soldiers. According to (name given—Ed.), when the troops were stationed in Japan, the majority of the officers and men frequented the brothels from five to seven times a week, thus weakening their bodies and directly reducing their fighting spirit.

(DAILY REPORT. FOREIGN RADIO BROADCASTS (FBIS-FRB-51-100), S. 2, 11.5.1951)

Sachlich ist dies nichts Neues, diese Aspekte der Arbeit der Special Service Division sind schon aus dem Zweiten Weltkrieg bekannt und direkt mit der Problematik der „Trostfrauen“ verknüpft (die ja auch während des Koreakrieges sowohl in Japan als auch in Südkorea für amerikanische Soldaten angeheuert wurden). Die US-amerikanische Argumentation dafür lautete jedoch gerade umgekehrt, daß man durch solche „Dienste“ die Kampfmoral der Truppe steigere! Offenbar dachten Chinesen und Nordkorea genau umgekehrt … jedenfalls offiziell.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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