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Südkorea kämpft gegen Gewalt an den Schulen

Das südkoreanische Bildungsministerium hat eine „Kampagne gegen Gewalt an den Schulen“ (also gegen Mobbing, Bullying usw.; in Japan als ijime bezeichnet) initiiert und dafür ein kindergerechtes Aufklärungsvideo produziert, in dem ein Ukulele spielender freundlicher Hund die Hauptrolle spielt: Er schaut nämlich geflissentlich weg, wenn seine Schulfreunde mißhandelt werden.

Laut den eingeblendeten Statistiken (Stand 2013) trägt die Kultur des Wegsehens zum Problem bei, denn von allen Schülern, die Zeugen von Gewaltakten werden,

  • tun 23,9 % so, als ob sie nichts gesehen hätten
  • helfen 27,5 % nicht, weil sie „damit nichts zu tun“ haben
  • wissen 23,5 % nicht, wie sie helfen können
  • halten es 18 % für möglich, selbst Opfer zu werden

… und 9,5 % aller Opfer versuchen sich das Leben zu nehmen!

Südkorea hat tatsächlich eine der höchsten Selbstmordraten unter Schülern und Jugendlichen weltweit. Deshalb rät das Ministerium, Gewalt in der Schule sehr ernst zu nehmen und die Polizei einzuschalten oder die Beratungsangebote im Internet wie www.stopbullying.or.kr anzunehmen.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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