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Ostasien ist glücklicher geworden

Nach Berechnungen des World Happiness Report 2017 haben sich die ostasiatischen Länder im weltweiten Vergleich wieder etwas verbessert, was die Aussichten auf Lebensglück angeht. Nach wie vor schneidet Taiwan unter ihnen am besten ab (Rang 33), während Japan und Südkorea eng beieinander liegen. Allerdings ist der Abstand zur europäischen Spitzengruppe immer noch sehr deutlich.

BerichtsjahrJapanSüdkoreaTaiwanDeutschland
201342414326
201546473826
201653583516
201751553316

Ich habe mir aus den Daten des Reports vier Dimensionen herausgegriffen, welche die Unterschiede zwischen diesen Ländern sowie der VR China (Rang 79) und Deutschland (Rang 16) beleuchten können.
Der Gini-Koeffizient ist ein Maß für soziale Ungleichheit; je höher er ist, desto ungleicher ist eine Gesellschaft. In China ist er deutlich am höchsten, in Japan und Deutschland nahezu gleich gering. In China vertrauen allerdings auch die meisten Menschen ihren Mitbürgern, gefolgt von Deutschland; in Japan, Taiwan und vor allem Südkorea ist das Vertrauen in andere deutlich geringer. In puncto gesunde Lebensführung gibt es zwischen diesen Ländern kaum Unterschiede. Wohl aber in der Selbstwahrnehmung: Die „life ladder“ ergibt sich als Antwort auf die Frage, wie zufrieden man auf einer Skala von 0 bis 10 mit seinem eigenen Leben im Augenblick ist. Deutschland erzielt hier den höchsten Wert, gefolgt von Taiwan; Japan und Südkorea liegen dicht beieinander, deutlich dahinter folgt China.

Ausgesuchte Dimensionen aus dem World Happiness Report 2017 für Ostasien und Deutschland

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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