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Was Google Trends über die politische Stimmung verrät

Seit Beginn der Datenerhebung 2004 haben noch nie so viele Menschen in den USA sich auf den Seiten von Google für das Wort „impeachment“ (Amtsenthebung) interessiert wie seit dem Januar 2017, als Präsident Donald Trump sein Amt antrat. Trump hat damit seine Vorgänger bereits jetzt um Längen hinter sich gelassen. Das geht aus den Daten von Google Trends hervor.

Wieder einmal erweist sich Google Trends als hervorragendes Meßinstrument für Stimmungen in einer Bevölkerung. Ich habe damit bereits 2011 in der Analyse der deutschen und japanischen Stimmung nach der nuklearen Erdbebenkatastrophe von Fukushima benutzt. Wer sich übrigens dafür interessiert, wie stark (oder besser: wie schwach) die deutsche Öffentlichkeit inzwischen noch an Fukushima interessiert ist, sehe sich auch die folgende Grafik an:

Und noch ein Wort zu Japan. Dort hat es die japanische Regierung geschafft, das von ihr verfolgte Projekt einer tiefgreifenden Veränderung der japanischen Regierung aus dem öffentlichen Bewußtsein zu eliminieren (oder sagen wir es anders herum: das Interesse der Japaner an diesem Thema ist stark erlahmt), nachdem sie Anfang 2016 noch auf lauten Widerspruch gestoßen war. Inzwischen herrscht wieder Ruhe an der Bürgerfront, wie sich im Suchverhalten nach dem Wort „Verfassungsreform“ (kaiken 改憲) zeigt.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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