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Im Innern von Reaktor 1: 10 Sv/h

Drei Stunden lang funktionierte ein Meßroboter, den Tepco am 10. April in den Druckbehälter des Reaktors 1 im havarierten Kernkraftwerk Fukushima I schickte: Er maß Temperaturen und Radioaktivität und machte Fotos. Zehn Stunden hätte er eigentlich arbeiten sollen, aber viel früher als erwartet und nach Erledigung von zwei Dritteln seines Programms war er hinüber: Eine Strahlung von fast 10 Sievert pro Stunde, wie er sie im ersten Stock des Druckbehälters maß, hält auch ein Roboter nicht länger aus. Immerhin wurde ihm nicht heiß; die Temperatur lag zwischen 18 und 20 Grad Celsius.
Für den 14. April hat das Landgericht Fukui seine Entscheidung über den Antrag von Bürgern auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung gegen das Wiederhochfahren der Reaktoren 3 und 4 des AKW Takahama angekündigt. Die Bürger kritisieren, die Sicherheitsprüfung gehe von einem zu niedrigen Unfallrisiko aus.
Japans Regierung erwägt derweil, daß Atomenergie im Jahr 2030 nur noch 18 bis 19 % des nationalen Energiemixes ausmachen solle. 2010 — vor Fukushima — betrug er fast 30 %. Das geplante Unterschreiten von 20 % trägt dem nachhaltigen Widerstand in der japanischen Bevölkerung, wie er in Meinungsumfragen abgebildet wird, Rechnung. Es wird jedoch befürchtet, daß die Atomlobby sich mit diesem niedrigen Zielwert nicht zufriedengeben wird.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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