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Kolossaler Durchbruch: Tokyo will Pyongyang nur mit Erlaubnis von Seoul besetzen!

Ausnahmsweise freut sich das südkoreanische Verteidigungsministerium über die japanische Regierung: Denn die hat wunschgemäß mitgeteilt, vor der Entsendung von Truppen nach Nordkorea in einem „Notfall“ erst Südkorea konsultieren zu wollen.
Darauf verständigten sich die beiden ostasiatischen Partner vergangene Woche bei einem sicherheitspolitischen Treffen in Washington. Die Amerikaner waren Zeugen.
Nun ist die Hoffnung greifbar geworden, daß Südkorea Japans Versuch, das Recht auf kollektive Sicherheit für sich zu beanspruchen, nicht mehr so ganz ablehnt. Auch wenn die Tageszeitung Chosun Ilbo „kollektive Selbstverteidigung“ in ihrer Meldung über diesen Durchbruch nach wie vor als „Euphemismus für militärische Intervention im Ausland“ definiert. Wenn Seoul mit aufs Knöpfchen drücken darf, dann kann es schon nicht so schlimm sein.
Und wir freuen uns schon auf die nächsten Durchbrüche bei der Verabredung einer strategischen japanisch-südkoreanischen Partnerschaft. Der nächste logische Schritt wäre wohl, daß Südkorea Japan versichert, nicht ohne dessen Zustimmung Hawaii zu besetzen.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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