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Japan hilft Südkorea im Südsudan mit Munition aus

Auf Bitten Südkoreas überlassen Japans Selbstverteidigungsstreitkräfte der im Südsudan stationierten südkoreanischen Blauhelm-Einheit 10.000 Patronen des Kalibers 5,56 mm. Es handelt sich um die in der NATO übliche Standard-Munition, doch unter den im Rahmen von UNMISS im Südsudan stationierten Blauhelmeinheiten bedienen sich nur das südkoreanische und das japanische Kontingent dieses Kalibers. Zum Selbstschutz und zum Schutz der Einheimischen nach dem Aufflammen bürgerkriegsartiger Auseinandersetzungen im Südsudan hat nun Südkorea Japan über die UNO gebeten, seinen im Bundesstaat Jonglei stationierten 280 Soldaten kurzfristig mit Munition auszuhelfen.
Das japanische Kabinett hat diesem Ersuchen unter Bezug auf des japanische PKO-Gesetz am 23.12.2013 zugestimmt. Die Munition sollte noch am selben Tag übergeben werden. Es ist für Japan das erste Mal, daß auf dieser Grundlage ein „Waffenexport“ genehmigt wurde. Japans Regierung rechtfertigt dies mit der „keinen Verzug duldenden Dringlichkeit“. Auch für Korea ist es das erste Mal, über die UNO von einer fremden Streitmacht Munition zu erhalten.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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