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Japans Kaiserpaar will Feuerbestattung

Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko wollen mit einem alten Brauch brechen und wünschen sich nach ihrem Tod eine Feuerbestattung. Ihre Grabstätten sollten „auf das Leben der Bevölkerung möglichst geringe Auswirkungen“ haben, ließen sie die Öffentlichkeit wissen. Denn der Platz auf dem traditionellen Gräberfeld in Hachiōji (genannt Musashi Ryōbochi 武蔵陵墓地), auf dem alle Kaiser seit Taishō beerdigt wurden, ist knapp geworden.

Im ganzen Land verwaltet das Kaiserliche Palastamt 188 kaiserlicher Grabstätten. Die größte von ihnen, das (mutmaßliche) Grab des Kaisers Nintoku, mißt 64.000 qm. In Mittelalter und Früher Neuzeit war die Feuerbestattung auch für die Kaiser üblich, doch seit Kōmei, dem Vater des Meiji-Kaisers, wurden alle Kaiser im Rahmen der Reshintōisierung des Kaiserhauses in der Erde bestattet.

Foto: Wikipedia
Grab des Kaisers Taishō in Hachiōji

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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