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Schweres Erdbeben (oder was sonst?) an nordkoreanisch-russisch-chinesischer Grenze — Auch politische Situation außer Kontrolle

Exakt um Mitternacht Ortszeit am 6.4.2013 — in Deutschland 15:00 Ortszeit — registrierte der U.S. Geological Survey ein Erdbeben der Magnitude 6,2 mit den Koordinaten 42.713°N, 131.105°O — das entspricht der Autobahn A189 etwas nördlich der Stadt Zarubino. Anders ausgedrückt: ca. 50 km Luftlinie entfernt vom chinesisch-russisch-nordkoreanischen Dreiländereck südlich von Wladivostok. Aber dies ist eine erste, möglicherweise noch sehr grobe Schätzung der Lage.


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Ein Erdbeben, das exakt um Mitternacht einsetzt? Und das, kurz nachdem Nordkorea Rußland, Deutschland Großbritannien und andere Staaten aufgefordert hat, ihre Botschaften in Pyŏngyang zu schließen, weil man ihre Sicherheit „ab dem 10. April“ nicht mehr garantieren könne? In einer Gegend, die kaum als erdbebengefährdet gilt?

Höchst merkwürdig, wenn dies ein Zufall sein sollte. Was steckt wirklich dahinter? Rußland ist „verblüfft“ über die Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel. „Die Situation gerät außer Kontrolle“, lautet das Urteil eines Informanten der Voice of Russia. Selbst Fidel Castro fühlt sich an die Kuba-Krise von 1962 erinnert und warnt vor einer weiteren Zuspitzung.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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