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Ausbilder (oder Auszubildender?) legt Stromversorgung in AKW Ōi lahm

Für eine Minute ging Reaktor 3 im Kernkraftwerk Ōi in der Präfektur Fukui, dem im Augenblick einzigen aktiven japanischen AKW, am 6.2. der Strom aus. Über die Ursache gibt es zwei verschiedene Interpretationen. Die Asahi Shinbun meldet, ein Angestellter habe einem anderen übungshalber die Stromschaltung erklären wollen und dabei aus Versehen den Schalter berührt. Laut Kyodo News war es eher umgekehrt: Ein Lehrling habe den falschen Schalter gedrückt! Die Erklärung des Betreibers Kepco läßt in bester japanischer Manier die Details im Unbestimmten: Ein Angestellter habe „während der Ausbildung“ bei der Erklärung der Stromversorgung das Malheur verursacht. Schaden sei (selbstverständlich) nicht entstanden.

Man reibt sich dennoch die Augen: Es kann also vorkommen, daß mitten im Frieden — ohne Tsunami, ohne Erdbeben — mal so eben im AKW der Strom wegbleibt. So ähnlich, wir erinnern uns, hat es in Tschernobyl auch begonnen. Zu Testzwecken.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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