Artikelformat

Der Preis der Liebhaberei: 50 Mio. für Cel-Sammlung

50 Millionen Yen (486.760 Euro) war einem japanischen Fan eine Sammlung von Cels (Transparentfolien) und Hintergrundbildern wert, die für den unter der Regie von Miyazaki Hayao 宮崎駿 entstandenen Film Majo no Takkyūbin 魔女の宅急便 (auf deutsch „Kikis kleiner Lieferservice“) produziert wurden: Bei diesem Preis erfolgte am 20.9.2012 der Zuschlag bei einer Yahoo!-Internetauktion. Der unbekannte Besitzer fand, es sei an der Zeit, die Sammlung „der nächsten Generation zu überlassen“.

Yahoo-Auktion Kiki

Cels wurden in den 1970er Jahren von den Produktionsstudios noch an die Fans verschenkt; man hielt sie für Abfall. Die Fans dachten anders und begannen, sie zu tauschen und zu handeln. Es kam sogar zu spektakulären Fällen von Diebstahl. Später verkauften die Studios selbst ihre „Abfallprodukte“ oder stellten eigene Cels für Sammler her. Seitdem in den 1990er Jahren die Digitaltechnik Einzug gehalten hat, sind Cels allerdings nur noch Geschichte — und vielleicht gerade deshalb unter Sammlern nach wie vor beliebt. Ein einzelnes Cel aus der Produktion des Studio Ghibli kann auf dem Markt 2-3.000 Euro kosten.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

Drucken / Print / 印刷

Kommentare sind geschlossen.