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Subunternehmer läßt AKW-Arbeiter Strahlungsdaten fälschen

Wie die Tageszeitung Asahi Shinbun herausgefunden hat, hat ein Angestellter eines Subunternehmers von TEPCO aus der Provinz Fukushima im Dezember 2011 seine Arbeiter angewiesen, bei Aufräumarbeiten im AKW Fukushima ihre Strahlungsmeßgeräte (Dosimeter) zu manipulieren.
Sie sollten die in der Brusttasche ihrer Arbeitskleidung zu tragenden Dosimeter mit einer dünnen Bleiumhüllung abschirmen, so daß die gemessene Strahlendosis niedriger ausfiel. Täten sie dies nicht, würden sie die in einem Jahr höchstzulässige Dosis von 50 mSv möglicherweise schon nach 3 bis 4 Monaten erreichen und damit für den Rest des Jahres arbeitslos sein. Außerdem fehlten dem Unternehmen dann erfahrene Arbeitskräfte für die Aufräumarbeiten.
Bild: Asashi Shinbun
Einer der neun betroffenen Arbeiter zeichnete diese Anweisung mit seinem Handy auf und gab sie an die Zeitung weiter. Das Gesundheitsministerium hat Ermittlungen aufgenommen. Das Subunternehmen bedauert den Vorfall. Ob es sich um einen Einzelfall handelt, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich ist es nicht.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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