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Reaktoren in Oi sollen wieder anfahren

Japans Regierung genehmigt das Wiederanfahren der Atomreaktoren 3 und 4 im AKW Ōi (Präfektur Fukui), nachdem die Lokalregierungen der betroffenen Kansai-Region ihr Einverständnis signalisiert haben. Auch Ōsakas Bürgermeister Hashimoto, der bislang angekündigt hatte, mit einer neuen Partei bei den nächsten nationalen Wahlen gegen das jetzige Establishment zu kämpfen, und dabei als Anti-Atomkraft-Bewegung auftreten wollte, fügte sich schließlich. Energieminister Hosono, der den Reaktoren „vorläufig“ bescheinigt hat, den Sicherheitsstandards zu genügen, reist am Wochenende nach Fukui, um auch den Gouverneur von Fukui um seine (rechtlich nicht erforderliche) Zustimmung zu bitten. Industrieminister Edano kündigte die Aufnahme des Betriebes frühestens für Juli an; sie ist Teil des Planes, der drohenden Energieknappheit in der heißen Sommerzeit zu begegnen. Allerdings gibt es in den Reihen der Regierungspartei DJP dagegen Widerstand; Parlamentsabgeordnete wollen Ministerpräsident Noda eine Unterschriftenliste überreichen, in der sie verlangen, den Betrieb nicht wiederaufzunehmen. Inzwischen hat der stellvertretende Ministerpräsident Okada zugegeben, Japan werde sein 2009 gegebenes Versprechen, die Treibhaus-Emissionen um 25 % zu reduzieren, nicht einhalten können, weil zu wenig Atomstrom produziert werde.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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