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Walfleisch als Nothilfe — wenn das Greenpeace wüßte …

Beim Schlendern durch die berühmte Einkaufspassage vor dem Bahnhof in Sendai fiel mir heute ein Stand auf, der Waren aus dem so schwer vom Tsunami getroffenen Ishinomaki anbot. Ihr Kauf soll ein Akt der Solidarität mit dem Katastrophengebiet sein.
Ganz vorne waren Dosen mit Walfleisch-Konserven gestapelt, das Stück für 500 Yen.
Moment mal … sollte der nicht nur für Forschungszwecke gefangen werden? Jetzt etwa auch für das Notopfer Tohoku?
Ach nein — die wissenschaftlich untersuchten Wale enden ja auch bisher schon als Büchsennahrung. Und daß ein Teil der Wiederaufbauhilfe dem Walfang zugute kommt, weiß Greenpeace schon längst.
Wohl bekomm’s.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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